Auf Menorca und vor dem Übernachtschlag

Nachdem wir die Ostküste Mallorcas entlanggefahren waren (keine Bilder von mir – kennen eh die meisten) sind wir vorgestern über den “Canal de Menorca” nach Menorca gedüst – gedüst im wahrsten Sinne des Wortes, denn völlig ungewöhnlich für meine Törns der letzten Wochen hatten wir den dritten Tag mit ausreichend Wind. Übernachtet haben wir vor Anker in der “Cala Macarella” an der Südseite Menorcas. Eine wunderschöne kleine Ankerbucht, die ich schon mehrmals aufgesucht habe. Landschaftlich wunderschön, leider bei dem z.Zt, herrschenden Südostwind völlig offen und deshalb schaukelmäßig nichts für empfindsame Gemüter.

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Meine derzeitige Mannschaft sind aber alles alte Seebären (ich bin der zweitjüngste…) und deshlab ging das aber ganz gut.

A propos alte aussehen. Hier mal ein Schreckensfoto (Selbstportrait) eines unrasierten langhaarigen Skippers nach durchwachter Nacht:

 

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Würden Sie von diesem Mann einen Gebrauchtwagen kaufen?

Wollt Ihr auch noch sehen, wie er unten aussieht? Hier bitte sind seine braungebrannten Füße

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In Menorca angekommen, wieder einmal die Stadt besichtigt, die mir immer noch sehr gut gefällt. Wen’s interessiert, der schaue bitte in meine älteren Blogs über Mahon und Menorca. Hier nur noch ein paar Appetithappen:

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In einer Stunde geht es dann weiter nach Sardinien, wo wir dann nach 35-40 Stunden morgen nacht ankommen werden. Wir bereiten gerade das Schiff vor: Kleineres Vorsegel aufziehen, alles sturmfest verstauen usw.  Der Wetterbericht sagt für heute Nachmittag Windstärke 4 und für heute Nacht Windstärke 6, in Böen 7 voraus. Das ist zwar ein Haufen Holz, aber für unsere große und schwere Orion überhaupt kein Problem. Und mit dieser Mannschaft habe ich keinerlei Bedenken.

Neues gibt es also erst wieder, wenn ich in Sardinien (Alghero) angekommen bin.

PS: Leider habe ich den Blog in Menorca nicht mehr hochgeladen bekommen – es gibt ihn also erst auf Sardinien.

Der Segelwolf ist wieder da

Ich bekomme schon besorgte Anrufe und Mails, wieso ich nichts mehr von mir hören lasse. Das hat mehrere Gründe. Der unangenehmste und langwierigste: Ich hatte mir auf meinem Netbook einen unangenehmen Virus eingefangen, der dafür sorgte, dass ich kein einziges Programm mehr aufrufen konnte – auch nicht meinen Webbrowser. Also konnte ich nicht einmal googeln, was damit zu tun sei. Dank der Hilfe meines Neffen Michael (Dir sei an dieser Stelle dafür nochmals herzlich gedankt) läuft die Kiste jetzt wieder einigermaßen. Noch nicht komplett, aber ich kann wenigstens wieder arbeiten.

Inzwischen ist natürlich einiges passiert, nur hatte ich wenig Zeit interessante Fotos zu machen. Gesegelt sind wir von Sizilien nach Sardinien, dann weiter nach Menorca und haben am vergangenen Wochenende dann in Palma de Mallorca geendet, wo wieder ein Crew-Wechsel anstand. Die entsprechenden Landschaftsbilder könnt Ihr ja auf meinen vergangenen Blogs aus dem Frühjahr/Frühsommer anschauen. Heute nur ein paar kleine nette Fotos, z.B. aus einer Ankerbucht auf Menorca, als der Skipper feststellen musste, das der Außenborder nicht richtig wollte:

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Aber Gottseidank hat man ja in jeder Crew Fachleute, die mit geschultem Blick und klaren Rat sofort das Problem erkennen und zugreifen. Schwierig wird es nur, wenn sich gelegentlich einmal die Fachleute über die geeignete Methode nicht einig sind… Aber das war hier ja Gottlob nicht der Fall:

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Und siehe da – er geht wieder!

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Dennoch habe ich ihn auf Mallorca mal in die Werkstatt gebracht, um ihn mal richtig durchzusehen.

Zum Schluss noch ein Kuriosum für diejenigen meiner Follower, die Spanisch oder portugiesisch können. Im Hafen von Palma liegt ein großer Seenotrettungskreuzer:

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Aber als ich genau hinsah, dachte ich, das kann doch nicht wahr sein – wie heißt denn das Schiff?

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Wer’s nicht versteht, kann sich gerne an mich wenden.

Abschied von Sizilien

Einmal ganz herum um Sizilien bin ich jetzt gefahren. Fast siebenhundert Seemeilen mit Eindrücken der unterschiedlichsten Art. Ich komme bestimmt auf manches, was mich interessiert hat, noch einmal zurück. Zum Beispiel auf die Frage, warum die vier größeren Städte hier, Messina, Palermo, Catania und Siracusa so extrem unterschiedlich sind.

Abschied nehme ich nicht nur von diesen Großstädten, sondern auch von kleinen Orten malerischer Art wie Cefalú, wo man noch solche Karren sieht, die mich sehr an Costa Rica erinnern. (Wer mein Haus bzw. mein früheres Büro kennt, mag sich an einen ähnlichen Karren erinnern, den ich aus Costa Rica mitgebracht habe.

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Wenn man nicht mit dem Segelboot unterwegs ist, kann man übrigens auch nach Cefalú und dort Urlaub machen. Das sieht dann allerdings so aus:

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Heute bin ich in San VitoLo Capo an der Westspitze von Sizilien (Siehe meine Blogs im Juni). Neues gab es nicht, außer vielleicht diesem beachtlichen Kunstwerk aus Sand:

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Danach gibt es dann einige Tage nichts mehr vom Segelwolf. Morgen ganz früh werden wir nach Sardinien aufbrechen, was rund 220 Seemeilen sind. Auf dem größten Teil der Strecke funktioniert das Handy nicht, also kann ich nichts hochladen. Bis zum nächsten Blog aus Sardinien also!

Das beste an Sizilien ist der hiesige Fisch

Hier noch ein paar Impressionen von den Dingen, die man hier so zu essen bekommt. Fisch und Meeresgetier gibt es in allen Variationen. Besonders beliebt sind Brassen jeglicher Art, Thunfisch und vor allem Schwertfisch.

So sieht das denn alles im Rohzustand aus:

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Abenteuerlich ist, wie der Schwertfisch in der Strasse von Messina gefangen wird.

Die Fischer fahren ja mit relativ kleinen, aber sehr kräftigen Booten umher, die einen abenteuerlichen Aufbau tragen. Leider habe ich ihn mit der Handykamera, die ich diesmal als einziges dabei hatte, nicht vollständig aufs Bild bekommen. Das Fischen passiert so: Das BNoot trägt einen bestimmt 20 Meter hohen Aufbau, der oben ein Krähennest trägt.  In dieser schwindelnd-schwankenden Höhe stehen 1-2 Mann und halten Ausschau nach Schwertfischen.  Ist einer entdeckt, dirigieren sie das Boot dorthin. Am Bug des Bootes hängt ein nochmals bestimmt 20 Meter langer Ausleger, an dessen Spitze der eigentliche Fischer mit seiner Harpune hockt, um die riesigen Tiere zu erlegen.

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Syrakus – die einst mächtigste Stadt der Welt entdecken

Syrakus – oder auf italienisch Siracusa – ist seit tausenden von Jahren ein hochinteressantes Pflaster. Natürlich sieht man nichts mehr davon, dass hier Platon lehrte, die berühmtesten Dichter des Altertums wie Aischylos schrieben und Archimedes Kriegsmaschinen erfand. Man sieht auch nichts mehr davon, dass Syrakus über viele Jahrhunderte das Zentrum des Islams in Europa war, oder dass alle, die im Laufe der Jahrhunderte Süditalien und Sizilien eroberten, hier mal ihre Spuren hinterlassen hatten. Welche Folge von Völkern hier in der Gegend durchzog, kann man ja in meinem vorigen Artikel über Malta nachlesen – hier war’s nicht anders.

Anders ist allerdings, dass Sizilien ja durch und durch vulkanisch und erdbebengefährdet ist. So wurde auch Syrakus 1693 stark zerstört. Das Altstadt-Ensemble, das man heute sieht, wurde damals komplett neu im Barockstil erbaut.

Wie so häufig, wurde auch hier Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte von den Italienern nichts getan. Resultat, die wunderschöne Altstadt gammelte vor sich hin, die Bauqualität wurde immer schlechter und der Prozess des Verfalls beschleunigte sich, weil natürlich alle lieber in Neubauwohnungen in der Vorstadt zogen. Gottseidank: Durch umfangreiche Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten von 1990 an wurde die Altstadt wieder aufgewertet und belebt. Heute ist sie ein Juwel Siziliens und UNESCO Weltkulterbe. Hier ein paar Impressionen:

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Sehr viele veröffentlichungswerte Bilder habe ich leider nicht,weil wir im wesentlichen Nachts durch die Stadt gingen. Vielleicht nur noch dies über einen Straßenkünstler, der nachts mit kleinen Minischeinwerfern und Requisiten mit seiner Marionette unterhielt:

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Man beachte: Die Marionette hält ein Mikrophon und singt zu Playback-Musik…

Mehr Malta

Malta besteht aus drei bewohnten Inseln (Malta selbst, das kleinere Gozo und das ganz kleine Comino, dazu noch ein paar unbewohnte Inselchen. Der “Zwergstaat” ist etwas kleiner als die Stadt Bremen, aber immerhin doppelt so groß wie Liechtenstein. Es gibt 417.00 Einwohner, was dazu führt, dass die Bevölkerungsdichte pro Quadratkilometer recht hoch ist, nämlich die fünfthöchste der Welt.

Die erstaunlichste geologische Eigenschaft von Malta: Es gibt auf der Insel keine Flüsse und Seen! Resultat bzw. Ursache: Malta ist nach Angaben der Vereinten Nationen das wasserärmste Land der Erde und beim Verhältnis von Verfügbarkeit von Trinkwasser pro Einwohner das zweitletzte Land, nur geschlagen von Libyen. Der Wasserpreis ist ungefähr 3-4mal so hoch wie in Deutschland. Ich will jetzt nicht auf die ganzen Methoden zur Wassergewinnung eingehen, die alle Nachteile haben, teuer sind oder nachhaltig nicht funktionieren. Es reicht, sich klarzumachen, dass hier im Sommer jeden Tag ein Großtanker anlegt, mit dem Trinkwasser aus Sizilien importiert wird! Schon erstaunlich: Ein europäisches Land, das sein Trinkwasser einführen muss.

Und noch eine Einmaligkeit gibt es in diesem interessanten Land: Die maltesische Sprache! Das maltesische hat sich ursprünglich aus einem arabischen Dialekt entwickelt, ist also eine semitische Sprache.  Die vielerlei Herren im Laufe der Jahrhunderte sind haben auch in der Sprache ihre Spuren hinterlassen: Es finden sich größere Anteile des italienischen, des spanischen und natürlich des englischen im maltesisch.  Daraus resultiert das Kuriosum, dass maltesisch die einzige semitische Sprache ist, die mit lateinischen Schriftzeichen geschrieben wird. Wie sagte mir doch ein maltesischer Zahnarzt? “Es ist toll, eine Sprache zu sprechen, die auf der Welt keine 400.00 Menschen können, sehr nützlich manchmal”. Die zweite Amtssprache ist natürlich Englisch, was alle Malteser beherrschen und damit können sie sich dann auch mit Ausländern verständigen…

Übrigens hatten wir von Sizilien hier herüber eine tollen Segeltag: 80 Meilen in 12 Stunden heißt raumschots Windstärke 5-6 und das den ganzen tag. So macht Segeln Spaß!

Nach einem Liegetag zur Stadtbesichtigung hieß es dann Abschied nehmen von Malta, der Insel, aber nicht Malta dem Staat. Wir fuhren zur Nachbarinsel Gozo und beschlossen, dort nicht in einen Hafen zu gehen, sondern fanden für uns eine kleine Ankerbucht, in die maximal zwei Yachten hineinpassten,k wie die Fotos zeigen:

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Für die Segler unter Euch: Liegen ging dort nur mit zusätzlich ausgebrachtem Heckanker, weil durch die Enge der Bucht ein Schwojen (d.h. Drehen des Schiffs bei Windrichtungsänderung) uns hätte gegen die Felsen entweder links oder rechts dotzen lassen. Versteht sich, dass der Skipper auf dem GPS die Ankerwache einstellte und nachts ab und zu mal den Kopf aus der Kabine rausstreckte.

Nach einer herrlich ruhig verbrachten Nacht und dem Vorfrühstücks-Bad der Crew im warmen Wasser der Bucht ging es dann wieder zurück nach Sizilien. Davon dann nächstes Mal mehr.

Eine Reise wert: das faszinierende Malta

Malta ist ein faszinierendes Pflaster, das aus vielerlei Gründen einen Besuch wert ist.

Da ist zum einen die Hauptstadt Valetta mit einem der schönsten Naturhäfen (eigentlich sogar zwei), die ich kenne. Wie in vielen solchen Städten ist es einfach am schönsten, sie von See her anzulaufen. Kein Vergleich mit dem Landen auf irgendwelchen Flughäfen weit draußen.

Wer so auf Malta zufährt und in den Hafen einläuft, wird dabei mit solchen Ausblicken belohnt:

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Das ist alles  nur der Ausblick von draußen. Schaut mal auf dem letzten Bild rechts vor das Segelboot: Da kann man die eigentliche Einfahrt in den Hafen erkennen. Da wir Sonntag Nachmittag ankamen, war natürlich ein heidenverkehr. Ich hab einfach gemacht, was alle machen – sonst wäre ich kaum auf die Idee gekommen, bis fast in das letzte Hafenbecken hinein zu segeln.

Interessant ist vor allem für mich auch die Geschichte dieser seit Vorzeiten besiedelten Insel, auf der sie alle schon mal geherrscht haben: Punier, Phönizier, Karthager, Römer, Goten, Byzanter, Türken, Araber, Franzosen, Engländer und wer weiß, wer noch alles.  Los ging es immerhin mit gewisser Zivilisation um 3.800 vor Christus, also etwa zur gleichen Zeit wie die ersten prädynastischen Kulturen Ägyptens.

Richtig los ging es aber erst so um 800 vor Christus, als die Phönizer auf Malta einen Handelsstützpunkt errichteten. Die phönizische Schrift war damals – ähnlich wie das hebräische – eine reine Konsonantenschrift. Man nannte die Insel deshalb M-L-T, was soviel wie Zuflucht bedeutete. Klingelt’s?

Ich will jetzt nicht in zu viele Details gehen, aber es ist schon faszinierend, dass vor zweieinhalb bis dreitausend Jahren eigentlich alle Völker rund um das Mittelmeer sich kannten, gelegentlich Kriege führten, aber hauptsächlich miteinander intensiven Handel trieben. Man findet auf  Malta beim Graben deshalb Gegenstände aus Griechenland, Ägypten, Rom und von überall her rund um das Mittelmeer.

Nach dem Untergang des oströmischen Reichs eroberten die Araber auch Malta. Alle mussten zum islamischen Glauben übertreten. Noch heute existieren viele Ortsbegriffe arabischen Ursprungs.

Über das turbulente Mittelalter gehen wir schnell hinweg: Normannen, Deutsche, Franzosen und Spanier gaben sich hier sozusagen nacheinander die Klinke in die Hand.  Und jetzt begann die Zeit, die letztlich sogar einem Schnaps den Namen gab: Der Spanische Kaiser Karl V. bot die Insel 1525 dem aus Rhodos vertriebenen Johanniterorden als Lehen an. Der Orden bestimmte die Geschichte der Insel für die folgenden 268 Jahre.

Zwischendurch aber mal wieder ein paar Impressionen aus Valetta, dieser faszinierenden Stadt.

Die maltesischen Johanniter waren es auch, die nach vielen Überfällen der osmanischen Piraten anfingen, die Inseln zu befestigen. Die Ursprünge der oben zu sehenden Befestigungen gehen darauf zurück.  Die wichtigsten Befestigungen wurden ab 1557 vom damaligen Großmeister des Johanniterordens Jean de la Valette erbaut. Klingelt’s wieder?

Die Blütezeit des Ordens reichte bis in das 18. Jahrhundert und wurde erst durch die napoleonische Eroberung Maltas beendet. Allzu lange dauerte diese Herrschaft aber nicht, weil die Engländer in den napoleonischen Kriegen (der geneigte Leser weiß, das ich die Spuren dieser Epoche rund um das Mittelmeer verfolge) unbedingt diesen Hafen haben wollten. Und so begann im Jahre 1800 die Kolonialherrschaft der Engländer über Malta, die bis 1964 anhalten und die Insel nachhaltig prägen sollte.

Ihr seht, über Malta gibt’s viel zu erzählen und zu zeigen. Deshalb teile ich das Ganze diesmal in mehrere Blogs auf. Morgen gibt es dann mehr.

…und er segelt doch noch

Ich habe mich jetzt ein paar Tage nicht gemeldet – und schon bekomme ich Mails: “Was ist denn los? Warum schreibst Du nix?”

Der Grund ist ganz einfach: Wir haben bereits am ersten Tag des neuen Törns, also am vergangenen Sonntag Sizilien verlassen und sind in einem langen Schlag von 80 Seemeilen nach Malta gesegelt. Auf See funktioniert mein UMTS-Stick am Laptop sowieso nicht. Und erstaunlicherweise hat mein Prepaid-Internet-Chip von Vodafone Italia in Malta gestreikt. Roaming wollte er nicht und behauptete glatt, mein Guthaben wäre alle. Also musste ich warten, bis wir gestern Abend wieder zurück in Italien, und zwar in Ragusa waren. Doch zu dem allen später mehr.

Zunächst aber erst noch einige Nachträge aus der letzten Woche. Zum Beispiel hatten wir endlich mal wieder Gelegenheit, an der Küste jeweils für ein, zwei Stunden zu ankern, damit die Crew baden oder tauchen kann.

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Ansonsten hatten wir endlich mal (der geneigte Blog-Leser wird wissen, dass das nicht immer so war) allerschönstes Segelwetter. Dann macht es nicht nur den Kunden Freude, sondern auch dem Skipper Spaß.

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Im Hafen von Porto Empedocle an der Südküste waren wir nachmittags mal recht früh. Direkt hinter uns am Steg war ein kleiner Bootsverleih, bei dem es für kleines Geld gepflegte Schlauchboote mit 40 PS Außenbordmotoren zu mieten gab. Die drei jungen an Bord (Also unser Ex-Lehrling, unser Ex-Student und ich…) konnten natürlich nicht wiederstehen und haben uns so ein Ding gemietet. Es macht schon Spaß, mit so einem Teil mal mit Vollgas über die See zu heizen:

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Man braucht bei der Länge meines Haupthaares keinen Kamm mehr, sondern die Meeresbrise bei 40 Km/h und mehr fönt das Haar glatt zurück.

Aber nach einer Stunde hat das denn auch seinen Reiz verloren und wir waren froh, wieder auf unserem langsamen, großen und ohne diesen Lärm segelnden Boot zu sein.

weiter im Süden von Sizilien

Heute ist Samstag und Crew-Wechsel. Die letzte Crew habe ich heute morgen verabschiedet (bis auf einen, der  noch eine weitere Woche bleibt) und die neuen sind gerade angekommen. Zur Zeit ist die gesamte Mannschaft im Supermarkt, da bleibt etwas Zeit für’s Bloggen.

Wir liegen hier in Licata im Süden Siziliens und genießen die funkelnagelneue wohl beste Marina ganz Siziliens. Es ist Genuss pur, nicht nur mal wieder an Land duschen zu können (erstaunlich wie viele Yachthäfen es hier komplett ohne Sanitäreinrichtungen gibt), sondern dabei geradezu in Luxus schwelgen zu können. Wen’s interessiert, der schaue mal hier nach.

Aber auch wenn es mal nicht mit der Dusche klappt, solche Anblicke versöhnen mit vielem:

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Oder aber auch solche Begleiter, die sich offensichtlich mit der Orion verwandt fühlen und laufend mit ihr spielen wollen. Leider kann sie nicht so springen, wie diese Freunde.

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Zum Schluss für heute noch einmal ein paar heimliche Einblicke in das harte Skipperleben:

Phasen der Sammlung und Vorbereitung bedeutender Ereignisse

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wechseln ab mit Zeiten intensiver Aktivität, zum Beispiel beim Ankern

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Natürlich führt diese harte Arbeit irgendwann mal zu völliger Erschöpfung:

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Bevor sich dann der Abend senkt und man nach getanem Tagwerk beruhigt zurückschauen kann.

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Ach war das schön

Liebe Segelwolf-Freunde,

heute gibt’s mal keine Reisebeschreibung, keine Kultur, keine Segelerklärungen. Nichts, nur ein kleiner persönlicher Eindruck.

Ich habe heute einen der schönsten Segeltage der letzen Jahre hinter mir. Diejenigen Freunde, die selbst segeln, können das vielleicht nachempfinden:

In Marsala heute morgen aus dem Hafen, nach 300 Metern Segel gesetzt und
Maschine aus, dann 45 Seemeilen raumschots und vor dem Wind bei Windstärken zwischen 4 und 6 mit bis zu 9 Knoten in Rauschefahrt dahin gebrettert, 300 Meter vor dem Hafen Sciacca die Segel fallen lassen, reinmotort und die letzte freie Lücke in der Marina erwischt. Das alles bei 28 Grad und strahlend blauem Himmel. Dann das Schiff mit Süßwasser abgewaschen und zum Abschluss mit einem sehr netten  Kunden (der Segler ist und sein eigenes Schiff in Holland hat, wo es ihm aber für seinen Urlaub zu kalt war) Super-Fisch und Frutti di Mare gegessen und interessante Gespräche geführt.

Das Ganze noch mit einer Crew, die gut segelt und mitarbeitet, sodass auch alle Manöver bestens klappten. So macht meine Arbeit richtig Spaß.

So, jetzt geh ich ins Bett und hoffe, dass es morgen genauso gut wird. Allerdings ist wesentlich weniger Wind prophezeit. Ihr werdet es alle rechtzeitig erfahren, ob das stimmt.