und weiter geht’s Richtung Karibik

Der nächste Teil der Strecke – von A Coruna über Porto nach Madeira war dann wesentlich angenehmer zu segeln. Wir mussten nur gegen heftigen Wind und Welle das Stück von A Coruna  um das Kap Finisterre herumbolzen, und danach hatten wir bis nach Madeira eigentlich nur noch gutes Wetter und Wind von hinten. Hier ist das erste Teilstück:

Coruna_Muxia 

Muxia ist mein traditioneller Zwischenstopp nach dem ersten Reisetag, weil die Marina neu und sauber ist, und es in Fußmarschnähe ein tolles Fischrestaurant gibt.

Danach kamen dann strategische Überlegungen: Für die Gesamtstrecke nach Las Palmas hatte ich diesmal deutlich weniger Zeit zur Verfügung als sonst. Also war die Frage: Hafentag in Lissabon oder auf Madeira. Mit der Crew zusammen haben wir uns dann für Madeira entschieden. Also schon mal eine Nacht durchgebrettert und direkt nach Porto gefahren – denn das ist ein MUSS auf der Strecke.

Muxia_Porto

Von Porto habe ich diesmal keine Bilder mitgebracht, davon habe ich in den vergangenen Jahren schon einiges gebracht, schaut einfach mal in die jeweiligen Oktober/November-Posts hinein.

Es gibt dort zwei Marinas: Leixões und die Ouro Marina. Leixões  ist ein Hafen, den ich nicht sehr gern mag. Die Marina ist eng und der ganze Hafen ist ein riesiger Industriehafen. Viel schöner (aber auch ein bisschen teurer) ist die Ouro Marina in der Mündung des Ouro:

Douro

Draußen steht immer ziemlich Welle, aber wenn man erstmal im Fluss ist, liegt man extrem geschützt.

In den vergangenen Jahren ging immer direkt östlich der Marina immer eine Fußgängerfähre auf die Nordseite des Flusses, und von dort fuhr dann eine uralte Straßenbahn – wie man sie auch aus Lissabon kennt – längs des Flussufers in die Stadt.  Leider durfte sie wegen Corona nicht fahren, so dass wir mit dem Taxi über die Straßenbrücke nach Porto mussten. Diesmal haben wir unter anderem zum ersten Mal eine zünftige Portwein-Weinprobe gemacht, über den Rest des Tages decken wir mal den Mantek des Schweigens – aber gut gegessen haben wir noch. Leider hat uns Porto diesmal mit viel Regen empfangen, was schade war.

Am nächsten Morgen sind wir dann ausgelaufen, um das Zeitfenster mit idealem Segelwetter perfekt auszunutzen: Wir sind bei herrlichem Wetter 600 Seemeilen vor dem Wind bis raumschots zügigst bis Madeira gerauscht, schöner geht’s in europäischen Gefilden kaum.

DSC00004

Da wir reichlich Wind hatten, fuhren wir mit voller Fock und klein gerefftem Großsegel, was das trotz der Geschwindigkeit etwas gemütlicher machte.

Porto_Lorde

Was unsere Ruhe allerdings plötzlich störte, waren die komischen Geräusche, die der Autopilot bzw. die Ruderanlage machte. Es stellte sich heraus, dass auf einer Seite der Doppelruderanlage eine Lenkstange abgeschoren war. Es hat ein bisschen gedauert, bis wir das gemerkt hatten, da das Boot ja mit der anderen Hälfte des Ruders noch gut unter Autopilot fuhr. Diese blöde Lenkstange drückte dann aber gegen die Wand zur Achterkabine, und nachdem sie dort anklopfte, hat ihr die Achterkabine dann auch aufgemacht:

DSC00008

Es sah schon arg seltsam aus, wie diese Stange je nach Steuerung durch den Autopiloten immer vor und zurück ging. Ich hab das zwar gefilmt, der Film ist aber als “boatporn” unter Verschluss.Winking smile

Stattdessen habe ich mal ein Bild von meinem Arbeitsplatz bei Nacht gemacht. In der oberen Reihe sieht man links das UKW-Funkgerät, daneben das Radio. Unter der Konsole hängen von links nach rechts das SSB-Kurzwellen-Funkgerät, das NAVTEX, der Zweit- bzw. Reserveplotter und der Lautsprecher für den Kurzwellenfunk. Darunter ist das Standard Sicherungs-Panel für Bavaria-Yachten und daneben ein Anzeigegerät für den Ladezustand meiner Batterien. dies zeigt nicht nur die Spannung an, sondern misst auch genau, wieviel Strom aus den Batterien hinaus- und hineingeht. Damit habe ich einen viel besseren Überblick über meinen Stromverbrauch an Bord.  Und auf dem Tisch steht – angebunden – mein Spezial-Laptop, über den ich die komplette Navigation und Kommunikation mache: Im Seekartenprogramm OpenCPN sind alle aktuellen amtlichen Karten der Gebiete, die ich befahre, angeschlossen ist mein eigenes GPS mit Außenantenne, per WLAN kann ich auf die Daten des Schiffsplotters zugreifen, ein eigenes passives AIS zeigt mir alle Schiffe in meiner eigenen Seekarte,  für den Verkehr im Hafen ist ein WLAN-Verstärker angeschlossen und per Bluetooth ist der Laptop mit der Kurzwellenfunke verbunden, sodass mit der entsprechenden Software Wetterkarten und Emails empfangen und Mails versendet werden können. Dazu ist das ganze Ding noch extrem stoßgesichert, sodass es vom Militär auch in Panzern eingesetzt wird. Für die Interessierten: Das Ding nennt sich Panasonic Toughbook.

Von solchen Himmelsbildern hab ich viele, die meisten sehen ziemlich kitschig aus, aber das hier gefällt mir, weil es die Abendstimmung mal ein wenig anders wiedergibt.

Wie gesagt, 600 Seemeilen vor dem Wind bei herrlichstem Segelwetter –  das habe ich auf dieser Strecke auch schon anders erlebt.

 


j

Ach ja, und diesmal habe ich nicht nur einen großen Wal gesehen, sondern durch Zufall auch gerade die Kamera in der Hand. Meistens taucht so ein Tier ja auf, wenn man nicht damit rechnet – und bis man die Kamera geholt hat, isser weg…

Das Ziel war Quinta do Lorde auf Madeira. Diese gepflegte Marina gehört zu einem Hotel und Resort Komplex, der leider pleite gegangen ist. Das einzige, was noch geöffnet ist, ist die Marina. Bei den Mädels im Büro herrschte aber ziemlich gedrückte Stimmung, weil keiner weiß, wie lange es diese Marina noch geben wird. Es wäre sehr schade drum.

Vielleicht doch noch mal ein paar Bilder von meiner üblichen Madeira-rundfahrt, weil’s so schön ist und die Unterschiedlichkeit der Landschaften in Abhängigkeit der Höhe (von Null bis 1600m) zeigt.

Die EU hat Portugal sehr bei den Infrastruktur-Investitionen auf der Insel geholfen. Ich habe selten Ein so gutes Straßensystem mit so vielen Tunnels gesehen. Vorher muss die Insel nur sehr mühsam zu befahren gewesen sein. Hier sieht man sehr schön den Unterschied zwischen alt und neu:



Madeira wird nicht umsonst die Blumeninsel genannt. Fast überall gibt es rund um’s Jahr eine Blütenpracht, die ihresgleichen sucht.

Und nach der Rundfahrt war noch eine Reparatur an der Mastspitze angesagt. Wie meist üblich, ging uns er kleinster und leichtester nach oben – was ein Glück, dass das auch noch mein bester Mann für Reparaturen und alles andere war…

Von oben hat man natürlich eine tolle Sicht.

Und dann ging es weiter nach Las Palmas. Über die letzten drei Tage direkt nach Las Palmas gibt es nicht viel zu berichten, ein ereignisloser, normaler Törn. Schade nur, dass ich meinen ursprünglichen Plan nicht durchführen konnte.  Eigentlich wollte ich meinen Seefunkfreund Federico in Tazacorte auf La Palma besuchen –  der hatte aber beim Vulkanausbruch sein Haus verloren und außerdem war Tazacorte immer noch für den Schiffsverkehr gesperrt. Also ging es direkt nach Las Palmas zur Vorbereitung auf die Transatlantiküberquerung 2021.

Doch davon später mehr.

Die Insieme auf dem Weg nach Hause

Bild und Ton können wir von der Hohen See nicht schicken, aber hier kommt
wenigstens ein kurzer Bericht, wie es uns denn so ergeht. 



Die erste Woche war richtig anstrengend. Ganz viel Wind und immer von vorn ist
mühsam für Schiff und Crew. Als wir dann bei den Antillen ankamen, packte uns
dann im Gegensatz dazu eine Flaute. Deshalb haben wir auf North Caicos nochmal
einen Tankstopp eingelegt. Schade, das wegen Covid 19 und aus Zeitgründen nicht
mehr möglich war, die Caicos-Inseln sind wunderschön. Ich habe auch selten ein
so klares Wasser gesehen. Wir kamen um Mitternacht an, legten uns zum Schlafen
an einen einsamen Steg und fuhren morgens um acht zur Tankstelle. Nach einigem
Verhandeln bekamen wir auch unseren Diesel, durften aber das Boot nicht
verlassen – nicht mal zum Bezahlen. Der Tankwart nahm unser Geld und fuhr mit
seinem Golf Cart zum Clubhaus wegen der Quittung.
Seitdem sind wir auf dem großen Atlantik unterwegs. Die Generalrichtung hieß
wochenlang Nordost, um aus den Passatwinden und der anschließenden Flautenzone
herauszukommen. Erst  am 28.04., konnten wir endlich nach Osten eindrehen
und Richtung Azoren und Europa fahren.
Inzwischen haben wir über 3.700 Seemeilen hinter uns, das ist schon viel weiter als
die ARC von Gran Canaria nach St. Lucia. Und wir haben immer noch rund 1.400 Meilen vor uns.
Das Bordleben ist jetzt größtenteils Routine: Wache gehen, schlafen, kochen,
essen, und dann wieder von vorn. Wir versuchen uns laufend am Angeln, aber außer
größeren Tangbüscheln haben wir noch nichts gefangen. Highlight des Tages ist
immer die nachmittägliche Skipperbesprechung. Da gibt es alle Neuigkeiten für
die Crew: Das Wetter, der Kurs für den kommenden Tag, was an Bord zu beachten
ist, und vor allem das tägliche Etmal, d.h. wie viele Seemeilen haben wir in den
letzten 24 Stunden zurückgelegt.


Im Moment riecht es gerade wieder lecker. Wie jeden zweiten Tag hat der Skipper
Brot gebacken. Frisches Brot zum Frühstück – und die Crew haut rein wie Bolle.
Ansonsten wird unser tägliches Menü langsam immer eintöniger. Alles frische
Gemüse, Fleisch und das meiste Obst sind inzwischen alle. Die nächsten Wochen
werden wir uns deshalb hauptsächlich aus der Dose ernähren. Aber auch das kann
spannend sein: Bei uns herrscht zwischen den Bordköchen ein ziemlicher
Wettbewerb um das kreativste, was man aus diesen Dosen machen kann!
Neulich erwarteten wir zum ersten Mal seit der Karibik heftigen Wind, der
sich durchaus zum Sturm auswachsen kann. Deshalb bereiteten wir das Schiff gut
vor, damit uns nichts passieren kann. Dazu gehört unter anderem auch eine sog. “Notrolle”,
damit im Ernstfall jeder genau weiß, was er zu tun hat.

Zwischendurch war dann immer mal wieder herrlichstes Spinnakersegeln
angesagt. Leider aber nicht so oft, wie ich es gerne gewollt hätte. Da wir ja
aus Windgründen sehr viel weiter im Norden unterwegs sind als wenn man
den Atlantik andersherum überquert, ist das Wetter doch meistens deutlich
rauher. Vor allem fährt man viel, viel mehr am Wind und die wochenlange
Schräglage geht einem irgendwann dann doch langsam auf den Geist.

Entschädigt wird man aber immer wieder durch spektakuläre Sonnenauf-
und Untergänge, so wie diesen hier.

Als nächstes kommt jetzt ein ganz kurzer Zwischenstopp in Horta auf den
Azoren. Wir haben leider einen Kranken an Bord, der dort aussteigen und
sich behandeln lassen muss. Dann kommen nochmal ca. 1.300 Seemeilen
bis Almerimar im Mittelmeer und dann gibt’s die nächsten Neuigkeiten
vom Segelwolf.

So stay tuned!


Auf zu den Azoren!

Hallo Freunde des Segelwolfs,

vielleicht kann ich ja mit nachstehendem Text noch einigen von Euch ja den Mund auf Hochseesegeln “zur Probe” wässrig machen.Winking smile
Einige wenige Plätze sind für Schnellentschlossene noch frei. Meldet Euch einfach bei mir per mail (segelwolf at gmxpunktde).

MITSEGELN ZU DEN AZOREN

Von Madeira zu den Azoren, 2 Wochen mit Skipper Wolf. Für diese halbe „Atlantiküberquerung“ zum Archipel der Azoren benötigen wir mindestens fünf Nachtfahrten. Mit guter Seemannschaft und dem bewährten Wachsystem werden wir die Faszination des Hochseesegelns genießen, bevor wir nach etwa 500 sm die erste Insel „Santa Maria“ im Azoren-Archipel erreichen. Im weiteren Verlauf der Reise folgen die Inseln Sao Miguel, Terceira, Graciosa, Sao Jorge, Pico und unser Ziel Faial (sofern es die Bedingungen zulassen, ggf. können einzelne Inseln ausgelassen werden)
Die unbeschreibliche Vielfalt und Schönheit der Azoren Inseln, kombiniert mit milden Temperaturen und einer exzellent ausgerüsteten Yacht sowie etwas Zeit für Land und Leute, versprechen uns ein seglerisches Highlight in paradiesischer Kulisse.
Vom Golfstrom klimatisch begünstigt, finden Pflanzen aller Klimazonen ideale Bedingungen, um uns die Vorstellung eines „Garten Eden“ näher zu bringen.
Diese Reise ist eine seglerische Herausforderung, die durch unvergessliche Eindrücke und Erfahrungen reichlich belohnt wird. Genau das Richtige für Segler, die mal ausprobieren wollen, wie sich eine Atlantiküberquerung anfühlt, für Hochseeliebhaber und Meilenfresser… Viele Tage ohne Landkontakt, konzentriertes Segeln auf höchstem Niveau. Ein nicht alltägliches Erlebnis.
Auf dem tiefblauen Atlantik unterwegs zu sein, die Sonnenstrahlen sich im Wasser brechen und die Wellen vorbeischäumen zu sehen, der Sonne beim Auf- und Untergehen zuzuschauen und einen Sternenhimmel zu bewundern, der so viel intensiver funkelt als an Land, all das lässt das Herz höher schlagen und die Seele Eindrücke sammeln, die so schnell nicht verblassen.
Blauwassersegeln vom Feinsten. Wir werden den Wind und die Wellen in Richtung und Stärke variieren sehen und der Situation entsprechend mit bester Seemannschaft handeln und agieren.
Das beglückende Gefühl, es geschafft zu haben wird sich bei uns einstellen, wenn wir die Yacht im ersten Hafen der Azoren sicher vertäut haben oder der Anker sich tief und fest im Ankergrund eingräbt.
Location:
ATLANTIK, ab Funchal / Madeira – an Horta/Faial, Azoren: Santa Maria, Sao Miguel, Terceira, Graciosa, Sao Jorge, Pico und Faial
Kategorie:
Hochseetörn mit Nachtfahrten, 15 Tage, ca. 750 sm


MITSEGELN AZOREN 2020
Törn 2020, ab Funchal/Madeira – z.B. via Santa Maria, Sao Miguel, Terceira, Pico – an Horta/Faial
16.05.2020 16:00 30.05.2020 10:00

Bald gibt’s noch mehr Neues vom Segelwolf.

So stay tuned!

Rügen–Martinique, die Erste

Fast drei Monate war ich Ende letzten Jahres unterwegs und habe dabei über 5.000 Seemeilen zurückgelegt. Darüber gilt es zu berichten.

Diesmal bin ich bereits eine Woche vor Start angereist, um die Ausrüstung des Schiffs für die große Reise zu überwachen und zu testen. Neben diversen Anbauteilen (extra Antennen, Solarpanels, diverse Rettungsmittel usw.) haben wir diesmal das Boot bis an den Rand mit Ausrüstungsgegenständen und Ersatzteilen vollgepackt. Eine Woche hat dafür nicht mal gereicht, aber die Technikcrew hatte ja auch schon vorher angefangen.

Neben einer größeren Rettungsinsel für 12 Personen mussten auf dem Deck noch diverse Solarpanels angebracht werden. außerdem haben wir eine spezielle Halterung gebaut, mit der wir den Spinnakerbaum so auf Deck montieren konnten, dass seine Spitze anderthalb Meter über den Bug hinaus nach vorn ragte. Damit fuhr ich zum ersten Mal eine Bavaria mit Gennakerrüssel. Damit war mir wesentlich wohler. Im letzten Jahr habe ich den Gennaker nur selten benutzt, weil ich der Befestigung am Ankerbeschlag nicht über den weg traute, der ist halt nicht für Zug nach oben konstruiert. Aber mit dem Spinnakerbaumrüssel ging’s hervorragend, wie Ihr später noch sehen werdet.


Insgesamt haben wir an die zweihundert Meter Tauwerk neu montiert. Die brauchten wir u.a. für den noch einzubauenden Topnant (liefert Bavaria nicht mehr serienmäßig), zwei Spinnaker-Niederholer, die nach hinten umgelenkt wurden (unten sieht man, wie die dazugehörogen zusätzlichen Fallenstopper montiert werden) und verschiedenes mehr.

Darüber hinaus haben wir an Bord noch fünf Trommeln mit je 250 Meter Tauwerk verschiedenen Durchmessers verstaut.

Auch innen wurde fleißig gesägt und geschraubt. Wir haben zusätzliche Regale eingebaut, einen Haufen Extra-Instrumente in der Navigationsecke und vieles anderes mehr.

So sah es noch aus am Tag, bevor meine Crew anreisen sollte:

Hier sieht man zum Beispiel meine Navigationsecke nach dem Umbau, vollständig ausgerüstet:

In der oberen Reihe links ist die Ladestation für das abgesetzte UKW-Funkgerät. Mit dem Handbedienteil kann ich z.B. aus dem cockpit das große und leistungsstärkere UKW-Funkgerät benutzen, ohne mit dem kleinen Handfunkgerät arbeiten zu müssen. Daneben, das schwarze senkrechte Gerät, das zum größeren Teil hinter einer Abdeckung versteckt ist, ist ein Pactor-Modem, das man zum Versenden und Empfangen digitaler Daten über Kurzwelle benötigt. Darüber habe ich während der Atlantiküberquerung insgesamt über dreihundertfünfzig Mails gesendet und empfangen. Rechts davon dann das normale UKW-Funkgerät und daneben das Radio.

Darunter hängen drei Geräte:

  • Das SSB Kurzwellenfunkgerät ICOM M802, mit dem ich weltweite Funkverbindungen herstellen konnte
  • daneben ein NAVTEX-Empfänger, der uns mit Wetter- und Verkehrsmeldungen im Küstenbereich bis Gran Canaria gute Dienste leistete
  • und schließlich ein parallel angeschlossener Reserveplotter, falls der Hauptplotter an deck ausfallen sollte. (…und in unserem Ersatzteillager befand sich noch ein drittes Reservegerät)

Zum Schluss wurden hunderte von Ersatzteilen von 2 Ersatzpropellern bis zu Reservetellern für die Kombüse verstaut. Das war hochgradig kompliziert, weil wir ja sehr kompakt stauen mussten – wir brauchten ja schließlich noch Platz  für das Crewgepäck und die Berge von Lebensmitteln für die Atlantiküberquerung.

So wie oben sah es in allen Stauräumen unter den Betten der Vorderkabinen aus. Es versteht sich von selbst, dass dass nur dann halbwegs praktikabel ist, wenn man eine genaue Stauliste erstellt, sonst findet man nix wieder. Genau das war u.a. eben meine Aufgabe.

Warum dieser Riesenaufwand, der über das, was wir normalerweise für eine Atlantiküberquerung machen, weit hinausging? Das hat im wesentlichen damit zu tun, was dieses Schiff NACH meiner Atlantiküberquerung macht: Die MOLA hat nämlich eine ganz außergewöhnliche Reise vor sich. Sie wird als erstes gewerbliches deutsches Kojencharter-Schiff die World ARC mitfahren. Diese begann Anfang Januar in St. Lucia und führt durch den Panamakanal, Galapogos, alle bekannten Südsee-Inselgruppen nach Australien und von dort weiter über Mauritius, Kapstadt, Salvador zurück nach St. Lucia, bevor das Schiff dann im Frühjahr 2021 wieder über die Azoren nach Hause fährt. Wen das interessiert oder wer vielleicht  auch ein Teilstück mitfahren möchte, schaut mal auf die World-ARC-Seite.

Aber irgendwann ging es dann endlich los. Leider nicht sehr lustig: Die komplette erste Woche, das heißt von Rügen über Heiligenhafen, Kiel, Cuxhaven nach den Helder in Holland hatten wir entweder überhaupt keinen Wind oder ihn genau auf die Nase. Da dann ja kreuzen die doppelte Strecke bedeutet, hieß das motoren ohne Ende.

Rügen verabschiedete uns dann noch mit einem wunderschönen Regenbogen

Am Anfang war das Wetter auch noch recht schön, sonnig und halbwegs warm und wir fuhren am Windpark vorbei Richtung Heiligenhafen.

Es versteht sich von selbst, dass spätestens jetzt meine Clubstander des Clubs der Kreuzerabteilung und von Trans-Ocean e.V. gesetzt wurden.

Als nächstes stand dann der Nord-Ostsee Kanal an. Inzwischen muss man ja da als Sportboot wieder bezahlen, nachdem wir zwei Jahre lang umsonst durchfahren konnten, da die Behörden sich nicht mehr in der Lage sahen, von uns zu kassieren, aber das ist eine andere lange Geschichte…

Von Kiel bis Brunsbüttel hatte ich neben meiner Crew sehr nette Begleitung. Meine Tochter und meine beiden Enkel fuhren mit, was für die Enkel eine ganz große Sache war. Beide waren die ganze Zeit voll bei der Sache, und mein älterer Enkel meinte “Opi, du musst Deinen Job noch so lange machen, bis ich bei Dir meinen Bootsführerschein machen kann!” Da er erst acht Jahre alt ist und ich schon ein bisschen älter, konnte ich ihm das  nicht garantierenWinking smile.

Auf jeden Fall hatte ich zwei sehr wertvolle Kanalsteuerer an Bord.

Von Cuxhaven ging es dann über Nacht in einem rutsch durch nach den Helder in Holland. (Es ist ein gewisses Problem dieser Überführungen, dass ich es aufgrund des engen Zeitplans immer ziemlich eilig haben muss). Fotos gab es deshalb wenig. Teils weil es nichts besonderes zu sehen gab, teils weil ich zu sehr mit fahren beschäftigt war.

In den Helder trafen wir dann zum ersten Mal mit unserem Schwesterschiff “Baltica” zusammen, mit der ich bis in die Karibik dann parallel fahren sollte. die “Baltica” kenne ich auch sehr gut –  das war das Boot mit dem ich im letzten Jahr über den Atlantik gefahren war.

Auf der Nordsee hatten wir leider gelegentlich schlechtes Wetter und vor allem laufend den Wind von vorn. Resultat: Da eine Luke im Vorschiff nicht richtig dicht war, hatte ich Wasser im Schiff. Leider hatte es auch ein Schapp erwischt, in dem wir die Reserve-Rettungswesten lagerten, mit interessanten Ergebnis, da einige auslösten.

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Ich fuhr dieselbe Strecke, die ich schon mehrfach absolviert hatte: Von den Helder an Belgien vorbei und über Nacht nach Boulogne-sur-mer und weiter nach Cherbourg und Roscoff (meinen Lieblings-Zwischenstopp auf Guernsey musste ich diesmal aus Zeitgründen auslassen. Wenn der Wind immer nur aus Westen kommt, wird’s halt eng). In Roscoff waren wir dann schon im Westteil des englischen Kanals, wo der Tidenhub schon ganz anständig ist, wie man auf dem nachstehenden Bild sieht.

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In Roscoff entschlossen wir uns, keine Zeit mit der Weiterfahrt nach Brest zu verlieren, sondern ein gutes Zeitfenster auszunutzen und direkt die Biskaya-Überquerung in Angriff zu nehmen. Wir fuhren zwar noch unter Motor heraus, aber danach konnten wir dann größtenteils segeln.

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Bevor es auf das offene Meer hinausging, hatten wir noch eine interessante Begegnung. Uns kamen im Trainingsmodus mehrere Imoca 60 entgegen, was in etwa der Formel Eins des Segelsports entspricht.  Die Herrschaften trainierten für das Transat Jaques Vabre, eine Transatlantik Regatta, die am 27. Oktober von Le Havre aus nach Salvador de Bahia in Brasilien starten würde. Ich schätze mal, dass die am Wind etwa dreimal so schnell waren, wie wir raumschots.


Die Boote sind über 18 Meter lang und wiegen dabei nur 8 Tonnen. Raumschots tragen die dann rund 600 Quadratmeter Segeltuch – völlig abgefahren.

Bei uns begann so langsam die Bordroutine des Tag und Nacht Wache gehens.

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Der Skipper kümmerte sich in erster Linie um die Navigation und die Kommunikation

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Wenn er nicht gerade zum Frühstück die allseits bekannten und gelobten Skipper-Rühreier produzierte…

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Ab und zu gab es auch mal was zu überprüfen oder zu reparieren, deshalb hier mal ein etwas anderes Foto des Skippers…

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Und dann kam das, was ich in all den Jahren Biskaya-Reisen noch nie gehabt habe: Ende Oktober blauer Himmel und ein mildes Lüftchen mit 3-4 Windstärken von hinten! Zum ersten Mal konnte ich deshalb in der Biskaya für längere Zeit den Gennaker setzen – herrliches Segeln bei prima Wetter!

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So kamen wir außergewöhnlich schnell über die Biskaya und ich konnte mein Versprechen halten, dass ich meinem Mitsegler Matthias schon lange vorher leichtsinnigerweise gegeben hatte: Wir sind spätestens Freitag Mittag in La Coruna, weil er am Freitag Abend noch zu einer Familienfeier nach London fliegen musste.

Da ich ja eigentlich immer ein trockenes Schiff fahre, wurden jetzt die ersten Biere aus der Kühlung geholt und für die Ankunft in La Coruna bereitgestellt.

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Damit hatte ich dann die ersten Dreizehnhundert Seemeilen meiner Reise hinter mir und  musste mich von der mir lieb gewordenen Crew verabschieden (natürlich mit einem Bier)

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Damit ist dieser Teil der Reise zu Ende. Wie es weiter ging, schildere ich dann im nächsten Post.

So stay tuned!

Komm mit auf Törn

Heute mal ein Kurzpost ohne Fotos.

Immer wieder melden sich liebe Menschen bei mir, die gerne (wieder einmal mit mir auf See gehen wollen. Für diese Zeitgenossen poste ich hier mal meine Termine für 2019, soweit dort noch Plätze frei sind.

Datum

Dauer

Ort

Törn

18.05.19

3x je 1 Woche

Rügen

Wochentörns nach Dänemark/
Schweden/Polen

06.07.19

4x je 1 Woche

Rügen

Wochentörns nach Dänemark/
Schweden/Polen

31.08.19

3x je 1 Woche

Rügen

Wochentörns nach Dänemark/
Schweden/Polen

05.10.19

1 Woche

Rostock

Warnemünde – den Helder

12-10.19

2 Wochen

den Helder

den Helder – La Coruna über Nordsee
Kanal/Biskaya

26.10.19

2 Wochen

La Coruna

La Coruna – Lissabon –  Madeira

09.11.19

1 Woche

Madeira

Madeira – La Palma – Gran Canaria

23.11.19
(Anreise früher)

4 Wochen

Las Palmas

ARC 2019 nach Saint Lucia

Ich bin noch noch mehr unterwegs, aber da ist entweder alles ausgebucht oder es sind Ausbildungstörns, wo ich Führerscheinausbildung mache.

Wer also Lust hat, auf einem dieser Törns den Segelwolf zu begleiten, meldet sich bei mir über segelwolf (ät)gmx.de. Ich leite das dann an den entsprechenden Veranstalter weiter.

Wer Fragen hat, kann mich auch gerne anrufen (sofern er meine Nummer hat) oder mir eine Mail schicken. Kontakt geht natürlich auch über Facebook, WhatsApp, Telegram oder Instagram.

Ich freue mich auf Eure Meldungen!

Karibik – abseits der ausgetretenen Pfade

Im Januar / Februar war ich in der Karibik unterwegs. Über das Segeln gibt es nicht soo viel zu berichten, aber über einige interessante Gegenden gibt es doch ein wenig zu berichten. Manches, was wir gesehen haben, hat uns so beeindruckt, dass wir gerne nochmal hinfahren wollen. Es gibt aber auch in der Karibik Ländern, die es einem schwer machen, sie zu mögen.

Gestartet sind wir in Sint Maarten, der Insel, die sonst für viele nicht der Startpunkt, sondern der Endpunkt ist. Meistens kommt man dann von Saint Lucia oder Martinique und anschließend über Guadeloupe.

Wir wollten aber diesmal in die andere Richtung, das heißt es ging zwei Wochen fast ausschließlich nach Westen.

Vorm Auslaufen bin ich beinahe noch im Karibenknast gelandet, weil es ein Problem mit dem Ausklarieren gab. Da merkt man, wie gut es uns in Europa geht, wo diese Schranken ja kaum  noch existieren. Nach einer durchsegelten Nacht kamen wir am nächsten Tag in den British Virgin Islands an. Das ist nun wirklich, wie “Klein Fritzchen” sich die  Karibik vorstellt. Wunderschöne bewaldete Inseln und Strände, wie sie schöner kaum sein können.

 

Ein Inselchen hatte es uns besonders angetan, weil es in den entsprechenden Reiseführern ziemlich berühmt ist: Sandy Spit. Ein winziges Inselchen, bestehend ausschließlich aus blendend weißem Sand und darauf nichts als zwei Palmen. Logischerweise eines der beliebtesten Fotomotive der Karibik.

Ihr fragt Euch, wo denn die zwei Palmen sind? Leider hat der letzte Hurrican sie abgeholzt. Man hat zwar wieder neue gepflanzt, aber die sind gerade mal weniger als einen halben Meter hoch. Trotzdem ist es ein wunderschöner Ausflug, das Mini-Inselchen mit dem Schlauchboot zu erkunden. Da oben hinten in der Mitte ankert unser Schiff. Man muss da schon gut aufpassen – mit einem Katamaran mit weniger Tiefgang kann man fast überall viel dichter heranfahren.

Aber auch dies Paradies sieht nur auf den ersten Blick aus wie ein Paradies. Schaut man genauer hin, findet man zum Beispiel das

oder das

Im Jahr 2017 führten die Hurrikans Irma und Maria zu katastrophalen Zerstörungen, von denen sich die Inseln immer noch nicht erholt haben. Der Tourismus – selbst der Segeltourismus – kommen nur sehr langsam wieder in Gang. Viele Marinas und viele Sehenswürdigkeiten sind immer noch nicht wieder restauriert oder wiederaufgebaut. Ich fuhr auf der BVI-Insel St. Peter mit dem Taxi und hörte im Radio eine Parlamentsdebatte. Das große Problem, mit dem sich das Parlament beschäftigte, war der riesige Mangel an Arbeitskräften. Fehlende Bauarbeiter sind mit Abstand das größte Hindernis für den Wiederaufbau. Denn selbst, wenn aus den verschiedensten Quellen genug Geld für den Aufbau da ist – wenn niemand da ist, der die Arbeit leisten kann, läuft halt nix. Natürlich kann man  Arbeiter aus dem Ausland importieren, genügend bieten sich schon an. Aber wie wird man die auf so einer kleinen Insel nach dem Wiederaufbau wieder los? Schließlich leben auf den Inseln nur 28.000 Menschen – und sehr viel mehr Platz ist auch nicht.

Man muss sich das einmal vorstellen: Die Schäden durch die beiden Stürme betrugen auf diesen kleinen Inseln ca. 3,6 Mrd. Dollar – das entspricht etwa dem vierfachen des Bruttoinlandsproduktes! Es versteht sich von selbst, dass der Wiederaufbau allerhöchste Priorität hat, schließlich hängt fast die gesamte Wirtschaft vom Tourismus acht. Ob Ihr’s glaubt oder nicht: Der größte Wirtschaftszweig der BVI ist das Verchartern von Yachten!

Es sind noch lange nicht alle Charterflotten in alter Stärke vorhanden – unser Vorteil, dass es überall noch einigermaßen leer war. Deshalb sahen wir solche Bilder wie diese:

Leider hatten wir für dieses wunderschöne Fleckchen Erde viel zu wenig Zeit, da wir ja noch fast 800 Seemeilen vor uns hatten. Für ein Bad im Meer reichte die Zeit aber schon noch. Normalerweise findet man auf meinem Blog ja nie Bilder der Crew, damit ich keinen Ärger wegen der Persönlichkeitsrechte bekomme, aber bei diesem Foto kann man ja wohl mal eine Ausnahme machen.

Danach machten wir uns auf die Socken und segelten durch die Nacht weiter nach Westen, Richtung Hispaniola und der Dominikanischen Republik. Ich glaube, man sieht mir an, dass ich gern noch da geblieben wäre, oder?

Es ging dann zügig weiter Richtung Westen. Erst einmal ließen wir die US Jungferninseln rechts liegen (Für das US-Amerikanische Visa-Gedöns hatten wir alle keinen Nerv) und auch an Puerto Rico (gleiches Thema) und fuhren in die Dominikanische Republik, nach Boca Chica. Das ist eine Marina in der Nähe der Hauptstadt.

Santo Domingo ist segelmäßig nichts außergewöhnliches. Es hält sich aber wohl dafür. Einen anderen Grund kann ich mir jedenfalls nicht dafür vorstellen, dass dieses Land die für bisher kompliziertesten Ein- und Ausreiseprozeduren für Segler hat, die ich jemals erlebt habe. Selbst mein Besuch per Yacht in Russland war einfacher und auch preiswerter. Man muss sich mal vorstellen,dass allein das Ein- und Ausklarieren für uns 320 Dollar für einen Aufenthalt von gut 36 Stunden gekostet hat – und da sind noch nicht mal die Liegeplatzgebühren enthalten.

Die Marina ist nichts besonderes – nur die Aufbewahrungsmethode für kleinere Boote dürfte wohl kaum einem Wirbelsturm standhalten, oder?

 

Abends bretterten dann die Einheimischen entweder auf ihren Wassermotorrädern oder ihren kleinen Kajütbooten bei uns mit voll aufgedrehtem Lautsprecher vorbei und veranstalteten in der Laguna Party. So einen Lärm waren wir nicht mehr gewöhntAnnoyed

Wenigstens haben wir auf Empfehlung meines Bruders (der dort teilweise lebt) ein schönes Strandrestaurant gefunden, das auch auch ganz kuschelig beleuchtet war.

Eine faszinierende Stadt ist Santo Domingo, die Hauptstadt der Dominikanischen Republik und die älteste Stadt in den westindischen Inseln. Gegründet vom Bruder des Christoph Columbus ist sie heute eine riesige Agglomeration von fast vier Millionen Einwohnern. Wir hatten einige Stunden Zeit, ein bisschen die Altstadt zu erkunden. Mich hat da nicht so sehr die Architektur interessiert (sehr viel ganz altes sahen wir nicht, das mag den vielen Wirbelstürmen geschuldet sein), die Menschen sind es, die eine Stadt liebenswert machen. MAn sieht viele Kinder, und überall gibt es Musik auf der Straße, und das nicht für die Touristen, sondern die Leute machen das für sich, weil sie Spaß daran haben. Dasselbe sah man z.B. später auch auf Cuba (und übrigens nicht auf Jamaica, was uns sehr enttäuscht hat).

So ein paar Impressionen der Stadt wollte ich Euch aber doch nicht vorenthalten, wie zum Beispiel diese Figuren, die überall in der Fußgängerzone herumstanden

Es gab schöne alte Häuser…

und schöne neuere Häuser…

Aber im großen und ganzen waren wir dann doch froh, wieder auf See zu sein und neuen Ufern entgegenzufahren.

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Wie es dann weiterging, erfahrt Ihr im übernächsten Post.

So stay tuned!

Wer will mit in die Karibik?

Liebe Blogleser und Freunde,

Heute in zwei Wochen bin ich ja bereits schon wieder zurück in der Karibik. Auf Sint Maarten übernehme ich wieder einmal die Sea Change II . Der erste Blauwassertörn über die Dominikanische Republik nach Kuba ist ziemlich voll, aber für die vierzehn Tage danach haben wir noch ein paar freie Plätze. Wie wäre es also kurzfristig mit einem Törn in der Karibik auf einer komfortablen Bavaria 55 Cruiser?

Sea-Change_2018

Los geht es am Samstag, den 27. Januar 2019 auf Kuba, und zwar in der Stadt Santiago de Cuba. Wir werden zwei wunderschöne Wochen an Kubas Küste bummeln, Abends Salsamusik hören und versuchen, alle Rekorde im Hummeressen zu brechen.

Na, wär das was? Der Törn wird am 08. Februar wieder in Santiago de Cuba enden. Es bietet sich an, vorher oder nachher noch ein paar Tage auf dieser wunderschönen Insel zu verbringen. Übrigens: Condor fliegt zweimal in der Woche direkt von Frankfurt nach Santiago, und über Havanna auf der anderen Seite der Insel kommt man praktisch jeden Tag nach Santiago.

Interessiert? Dann bucht auf der website der Sea Change oder schickt eine Mail an segelwolf(at)gmx.de und ich vermittle weiter.

ICh würde mich freeuen, noch mehr Freunde auf diesem Törn zu sehen.

Bis denn dann!

Nach Süden, bis die Butter schmilzt, dann rechts rum und zwei Wochen geradeaus!

 

Den nachstehenden Blog habe ich schon vor einer Woche geschrieben – allerdings konnte ich ihn in der Karibik nicht auf WordPress hochladen, da er wegen einer “obskuren IP-Adresse in einem Drittland” geblockt wurde. Deswegen erst jetzt, wo ich seit gestern Abend wieder zuhause bin.

Euch allen wünsche ich ein Frohes Weihnachtsfest und alles Gute für das Neue Jahr. – Und nun geht’s los:

 

Vor drei Tagen sind wir nach 19 Tagen und acht Stunden und 2.977 Seemeilen in Rodney Bay auf der wunderschönen Karibikinsel Saint Lucia eingelaufen. Meine dritte ARC-Atlantiküberquerung war bisher die vom Wetter her absolut beste. Wir hatten geradezu einen “Lehrbuch-Passat”, der die ganze Zeit konstant aus Ost bis Nordost mit 18-25 Knoten blies und uns eine vier Tage schnellere Reise als letztes Jahr ermöglichte.

Aber von Anfang an:

Übernommen hatte ich das Schiff ja diesmal in La Coruna in Nordspanien, von wo wir dann die spanische und portugiesische Küste hinunter bis Cascais bei Lissabon herunterfuhren, dann weiter nach Madeira und von dort – weil das vom Wind her dieses Jahr passte – nach La Palma fuhren. Dort hatte ich Gelegenheit, endlich einmal Federico persönlich kennenzulernen, der dort nicht nur der örtliche Stützpunkt von “Trans Ocean” ist und alle deutschsprachigen Segler mit ihren Problemen und Wehwehchen betreut, sondern außerdem – genau wir ich – einer der “Net Controls” ist, die per Amateurfunk alle funkelnden deutschsprachigen Segler auf der Welt mit Informationen, Wetter und sonstigen Dienstleistungen versorgt. Ich mache da ja nur ein bisschen, weil ich noch so viel unterwegs bin, aber Federico ist eine große Stütze für beide Segler-Organisationen. Großes Lob dafür!

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Das Wetter auf diesem ersten Teil war gemischt, wurde aber natürlich immer besser, je weiter wir nach Süden kamen, zuerst hatten wir noch Sonne und Regen gleichzeitig, wie man hier wunderschön sieht.

 

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Unterwegs gab’s dann in Fischereikooperativen gelegentlich mal richtig guten Fisch, aber noch besser ist er halt, wenn selbst gefangen und extrem frisch auf den Tisch.

 

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Am 18.11. waren wir dann in Las Palmas: Crew-Wechsel, die ARC-Mitsegler trudelten im Laufe der kommenden Woche so langsam ein und ich hatte noch allerhand zu tun, bis das Schiff so weit war, die ARC-Sicherheitsinspektion zu überstehen. Da ich das alles ja schon ein paar Mal erlebt hatte und die ARC-Leute alle schon kannte, ging das dann letztendlich prima vonstatten. Aber wer das nachstehende Bild einmal genau studiert, sieht schon, dass da nichts dem Zufall überlassen und alles extrem genau überprüft wird.

 

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Nebenbei gab es natürlich die üblichen Festivitäten. So viel habe ich diesmal da nicht fotografiert. Wen’s ausführlicher interessiert, schaue in meinem Blog vom letzten und vom vorletzten November nach, da habe ich viel ausführlicher berichtet. Erwähnenswert ist hauptsächlich das alljährliche große Kostümfest, diesmal mit dem Motto “ A Night in Rio”. Wir hatten uns als Crew mit T-Shirts mit unserem Schiffsnamen und einer schönen brasilianischen Irokesen-Perücke gewandet und landeten damit immerhin beim Wettbewerb um das schönste Mannschaftskostüm auf dem zweiten Platz.

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Wie üblich gab es dann auch die große Parade aller über dreißig teilnehmenden Nationen mit anschließender Flaggenhissung, was immer ein tolles Schauspiel für alle Teilnehmer, aber auch für alle “normalen” Touristen in Las Palmas ist.

 

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Aber irgendwann ist es auch genug mit dem Rummel, und man will eigentlich nur noch los, auf die Hohe See, wo das Boot ja letzten Endes auch hingehört.

 

Letzter Akt war das große Skipper-Briefing. Dabei habe ich es mit diesem Foto sogar auf die ARC-Webseite geschafft:

 

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Vom Start hab ich dies´mal keine Fotos, das Herausfahren aus dem Hafen und bis zur Startlinie mit über 200 Yachten und den vielen Begleitschiffen erfordert höchste Konzentration, um nicht mit irgend jemandem zusammen zu rasseln.

Ein Blick auf meinen AIS-Bildschirm mit den Signalen der teilnehmenden Boote im Startfeld gibt aber doch einen Eindruck davon.

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Irgendwann kehrte dann aber doch die Hochsee-Ruhe ein, wir konnten den Spinnaker setzen und bei leichten Winden auf die große Reise und in der erste Nacht gehen.

 

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Ach ja, was ich noch vergessen habe: Wie üblich haben wir Berge von Lebensmitteln eingekauft und verstaut – wieder mit genauer Stauliste und einem Staumeister, damit man was wieder findet. Wen’s genauer interessiert, schaue bitte wieder im Blog November 2017 nach. Hier nur einmal ein Foto unserer traditionellen Obstaufbewahrung für die heißen Gewässer:

 

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Ja, und die klassische Atlantik-Abendstimmung sieht dann so aus:

 

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Und so verging dann ein Tag wie der andere. Teilweise haben wir eine Woche lang überhaupt nichts an der Segelstellung geändert und sind einfach nur tausend Seemeilen immer geradeaus gefahren. Natürlich baut man dann auch kleine Highlights ein. Z.B. gab es beim “Bergfest” ausnahmsweise eine Flasche Sekt für die Crew oder am 6. Dezember überraschte ich die Mannschaft mit einem Stollen.

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Mit dem Spinnaker konnten wir leider nur ganz kurz segeln, da uns am Spinnakerbaum ein Beschlag gebrochen war. Wir konnten ihn zwar noch so weit reparieren, dass wir damit mit ausgebaumter Genua segeln konnten, aber an weiteres Spinnakersegeln war nicht zu denken.

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und hier dann das fertige Ergebnis:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das nachstehende Bild war praktisch wochenlang das, was wir auf unserem Navigationsinstrument unverändert sagen: Wind mit 5 Beaufort aus Osten, Kurs fast genau West (nicht irre machen lassen: Auf der Mitte des  Atlantik beträgt die Missweisung fast vierzehn Grad und sieben Knoten und mehr Geschwindigkeit. Unser bestes Etmal (also die zurückgelegte Strecke von 12 Uhr bis 12 Uhr am nächsten Tag) betrug 173 Seemeilen, das entspricht einem Schnitt von 7,3 Knoten über die vollen 24 Stunden!

 

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Wenn das Segeln dann so wunderschön eintönig st (herrliche Sternennächte, eine wunderschöne 4 Meter-Atlantikwelle von achtern usw.) freut man sich auch schon mal über Kleinigkeiten, die Abwechslung bringen. Zum Beispiel die wunderschönen Sonnenuntergänge auf der Hohen See:

 

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Oder wie wäre es denn mal  mit lagernden und keimenden Zwiebeln?

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Zum Schluss einfach noch mal einige Impressionen von Blauwassersegeln in seiner schönsten Form. Alles weitere kommt dann erst, wenn ich Weihnachten wieder zuhause bin. Jetzt ist erst einmal weiteres Feiern in der KAribik angesagt – der Rumpunsch wartet!

 

So stay tuned!

 

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Es geht wieder los – ab morgen wieder über den Großen Teich

 

Die letzte Woche habe ich in Las Palmas geschraubt, gebastelt, repariert, Ausrüstung gekauft und unsere “Baltica” für die anstehende Atlantiküberquerung vorbereitet. Meine Crew ist schon seit einigen Tagen da und hat mir dabei sehr geholfen. Das hier ist unser Schiff:

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Eine Bavaria 51 Cruiser, dasselbe Modell wie letztes Jahr, nur funkelnagelneu.

Wie immer gab es aber noch einiges zu basteln, bis das Boot so war, wie ich es mir vorstelle:

Wolf Handwerk

Wie im letzten Jahr lade ich Euch ein, meine Reise in die Karibik zu verfolgen. Dazu gibt es zwei Möglichkeiten:

Ich würde mich freuen, wenn viele von Euch uns verfolgen würden. Eine weitere interessante Informationsquelle ist die Facebook-Seite der ARC. Dort werden auch gelegentlich von unterwegs Logbuch-Berichte erscheinen.

Damit melde ich mich erstmal für die nächsten drei Wochen ab. Bleibt mir gewogen und schaut gelegentlich mal herin.

Euer Segelwolf

Wieder unterwegs und noch Plätze frei

Endlich bin ich wieder auf dem Atlantik unterwegs!

Das kalte Wetter, das uns noch von La Coruna in Nordspanien bis nach Lissabon begleitet hat, haben wir nun hinter uns gelassen. Ich bin auf dem Weg nach Gran Canaria, wo ich mich in vierzehn Tagen der ARC anschließen und in die Karibik fahren werde.

Inzwischen liege ich bei schönstem Wetter in der Marina Quinta do Lorde auf Madeira. Heute ist Crew-Wechsel-Tag und ich erwarte meine neue Besatzung.

Die Marina Quinta do Lorde liegt wunderschön gelegen an der äußersten Ostspitze der Insel. Ein Crew-Mitglied ist heute den Berg hochgestiefelt und hat das nachstehende Foto gemacht:

 

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Leider heißt ja Hochsee-Skippern auch schrauben an den schönsten Plätzen der Welt Annoyed, also hier mal ein Bild davon: Abdichtung von Undichtigkeiten in der Segellast, die zu Salzwasser in der Bilge geführt haben.

Wolf Handwerk

 

Wieder Plätze frei in der Karibik

Leider haben ein Freund und seine Freundin aus Krankheitsgründen ihre Teilnahme an unserem Streckentörn St. Maarten nach Santiago de Cuba absagen müssen. Also ist auf der Sea Change II wieder eine Kabine frei geworden. Ihr erinnert Euch vielleicht: Der Törn geht über 800 Seemeilen vom 12.01. – 26.01. 2019, und das zu zivilen Preisen Smile. Wer also Lust auf wunderschönes Passatwind-Hochseesegeln in der Karibik hat, mag sich bei mir unter segelwolf@gmx.de melden. Ich verspreche zwei tolle Wochen auf einem prima Schiff und mit netten Menschen!

Morgen geht es dann weiter nach La Palma, dann berichte ich mehr.

So stay tuned!