und wieder die Kanarischen Inseln…

Zum dritten Mal in diesem Winter bin ich auf den Kanarischen Inseln, wie ja schon regelmäßig in den ganzen letzten Jahren seit 2011. Diesmal aber nicht auf Gran Canaria stationiert, sondern auf Teneriffa,von wo ich die altbekannte Santa Maria von Nordtörn fahre. Wie meine regelmäßigen Leser wissen, ist das ideal für hier, weil es ein aussergewöhnlich seegängiges und stabiles Schiff ist. (Kein Wunder, bei neunzehn Tonnen LeergewichtZwinkerndes Smiley.)

Im Februar war ich schon einmal eine Woche hier, bin aber weder beim Segeln noch danach dazu gekommen, etwas zu schreiben. Das hole ich aber jetzt nach, den gerade jetzt und in den nächsten zwei Monaten passiert viel berichtenswertes – versprochen!

Bevor ich aber ins Thema einsteige, noch ein Tipp für Leute, die gerne Kopfkino hören und an der Seefahrt interessiert sind:

Im Podcast auf www.opa-harald.de erzählt Opa Harald spannende Geschichten aus seinem langen Leben: Wie er vor siebzig Jahren noch als Seemann auf eine Frachtsegler über die verminte Nordsee gefahren ist, das Leben auf einem Frachter an der Küste Afrikas, Ägypten zur Zeit des Putsches der Ägypter gegen die Engländer, es geht um das Leben im Hamburger Hafen, um saftige Prügeleien auf der Reeperbahn und vieles anderes mehr. Euch erwarten viele Stunden spannende und lehrreiche Unterhaltung, wenn Ihr Euch darauf einlasst, was ich nur wärmstens empfehlen kann. Diesen Podcast solltet Ihr abonnieren, was man – wie auch hier bei mir – ja einfach tut, indem man unten rechts auf den “Follow me” Knopf drückt und seine Mailadresse eingibt.

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So, jetzt aber in die Jetztzeit und nach Teneriffa, wo ich bereits seit mehreren Wochen meine Santa Maria segele.

P1060070Inzwischen sehe ich nicht mehr ganz so aus wie auf dem nebenstehenden Bild, ich bin letzte Woche auf La Gomera zum Friseur gegangen, was auch notwendig warNach oben zeigen

Ein Bild mit den kürzeren Haaren gibt’s vielleicht auch noch irgendwann. Mal schauen.

Was natürlich ganz wichtig für uns Segler ist: Rasmus, der Gott der Winde, muss gnädig gestimmt werden. Der Kerl ist mir ja so was von sympathisch: Nur mit einem anständigen Schluck Schnaps kann das gelingen. (Und einer muss ja dann den Rest der Flasche trinken, oder?Verspotten)

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Heute möchte ich ein bisschen über La Palma berichten. Für mich eine der schönsten der Kanarischen Inseln und vor allem die grünste von allen. 40% Waldbedeckung ist schon eine ganze Menge! Wie alle Inseln hier ist sie vulkanischen Ursprungs, was man auch an allen Ecken und Enden sieht.Hier schiebt sich die afrikanische Platte über die europäische, und  an der Grenzschicht sind diese Inseln entstanden. Das ist aber schon eine Wile her und es ist unwahrscheinlich, dass es hier demnächst wieder einen Vulkanausbruch gibt. (Obwohl das, wenn auch ohne größere Schäden, schon gelegentlich einmal vorkommt) Der Unterseevulkan, aus dem La Palma gebildet wurde, erreichte ungerfähr vor 1,7 Millionen Jahren die Erdoberfläche. Danach hat’s dann noch ein paar hunderttausend Jahre gearbeitet und schwupp – war die Insel fertig.

Das fruchtbare Klima hier beschreibt Wikipedia so:

“Die Passatwolken treffen in einer Höhe zwischen 600 und 1700 Metern im Nordosten der Insel auf die mit Kiefern bewaldeten Berghänge von Barlovento, wo die bis zu 30 cm langen Nadeln der Kanarischen Kiefer die Wolken auskämmen (Nebelkondensation) und so Niederschlags-mengen von 1.000 l/m² und 1.500 l/m² im Jahr erzeugen. Die dem Boden zugeführte Wassermenge beträgt ca. das Zwei- bis Dreifache der Niederschläge, die ohne die Wirkung der Nebelkondensation anfallen würden. Das stetig zu Boden tropfende Wasser sickert durch das poröse Lavagestein und sammelt sich in großen Höhlen im Inselinnern, die als natürliche Wasserspeicher fungieren. Der große Kiefernbestand der Insel trägt damit erheblich zum Gesamtwasserhaushalt La Palmas bei.”

Deshalb gibt es – wie bei den meisten Inseln hier – einen erheblichen Klimaunterschied zwischen der Luv- und der Leeseite. Auf der dem Wind zugewandten Luvseite fällt z.B. eine jährliche Niederschlagsmenge von über 90 l/qm und auf der Leeseite dann nur noch ca. 280 l/qm im Jahr. Und jetzt ratet mal, wo die Einwohner lieber wohnen und wo die Touristen hinwollen…

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Bekannt waren die Inseln schon den Puniern und der Römern, auch wenn sie sie nie besiedelt haben. Dies taten aber vor 2000 Jahren Berberstämme aus dem heutigen Marokko und Mauretanien, die damit der Tatsache entflohen, dass durch das Wachstum der Sahara ihre Lebensumstände in Afrika immer schlechter wurden. (denkt daran, dass die Kanarischen Inseln zu Afrika gehören, und nicht zu Europa!)

Bis zur Eroberung durch die Spanier um 1400 lebten die Ureinwohner, die Guanchen, hier ein Steinzeitleben: Ohne Maschinen, ohne Schriftsprache, aber mit produktiver Landwirtschaft. Auf La Palma z.B. waren es aber nie mehr als ca. 4.000, auch auf den großen Inseln Teneriffa und Gran Canaria waren es maximal vielleicht 30.000 Einwohner.

Obwohl die Kirche es verboten hatte, landeten fast alle der Guanchen auf den Inseln in der Sklaverei. Der Rest vermischte sich irgendwann mit den Spaniern, sodass es nicht allzu lange dauerte, bis die Ureinwohner praktisch ausgestorben waren. Demzufolge sprach natürlich auch ihre Sprache irgendwann im 16. oder 17. Jahrhundert aus.

Die Hauptstadt Santa Cruz de La Palma ist eine kleine sehr hübsche und gepflegte Stadt. Natürlich spielt auch hier der Tourismus eine wichtige Rolle, aber die Effekte des Massentourismus, wie es sie auf den großen Inseln gibt, blieben hier aus; und man legt sehr großen Wert auf Naturschutz und Ökologie. Hier einige Eindrücke aus dem Stadtzentrum.

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Auch dieses kleine Musikerdenkmal gefiel mir gut:

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Richtig schön wird die Insel aber erst, wenn man hinaus aufs Land fährt. Und das heißt hier automatisch: Hoch in die Berge. Man kommt dann durch mehrere Vegetationszonen, die von tropisch bis Hochgebirgsklima reichen. Hier ein paar Impressionen:

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Schaut Euch mal das Bild rechts oben genauer an: Ihr seht dort einen Ausschnitt aus dem Observatorium Roque de los Muchachos auf knapp 2.500 Metern Höhe. Hier stehen mehr als 14 der wichtigsten Teleskope Europas und werden von einem wissenschaftlichen Institut betrieben, an dem viele europäische Länder, auch die Bundesrepublik beteiligt sind.

Auf 2.500 Metern Höhe fährt man dann teilweise durch ewigen Schnee:

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Bis zu den oben gezeigten Observatorien kommt man gut mit den Auto

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Interessant war auch dieses Teil, dass ich zuerst von hinten sah:

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Von der anderen Seite sah man dann, dass es sich um einen riesigen Parabolspiegel handelte. Schaut mal genau hin: Im Parabolspiegel ist natürlich die Welt auf dem Kopf stehend abgebildet, der Himmel ist unten!

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Aber zurück in s Flachland. Mir ist es zum Beispiel nicht gelungen herauszufinden, was z.B. dies Schwangeren-Denkmal bedeuten soll:

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Nett ist aber auch dies Meerwasser-Schwimmbad, das durchaus Sinn macht, wenn man sich die Brecher anschaut, die da ständig an das Ufer knallen. Ein Crewmitglied von uns hat das gleich mal ausprobiert.

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Das war der erste Teil meiner kanarischen Eindrücke, sobald ich wieder Zeit habe, gibt es noch mehr.

Zeit werde ich in den nächsten Tagen endlich wieder etwas mehr haben. Ich habe inzwischen das Schiff gewechselt und meine große Überführung begonnen. Morgen früh geht es erst einmal von Garachico im Norden Teneriffas hoch nach Madeira. aber darüber später mehr.

So stay tuned!

das Treffen der Generationen

Hab ich doch letztes Mal noch uwei schöne Fotos vergessen, die ich im Dezember in San Miguel auf Teneriffa aufnehmen konnte.

Da lagen direkt nebeneinander zwei Schiffe, mit denen ich im vergangenen Jahr als Skipper gefahren bin:

Rechts die RENATE von Mola, mit der ich gerade unterwegs war, und links daneben die SANTA MARIA von Nordtoern, mit der ich 2014 und 2015 große Hochseetörns gefahren bin.

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Selten kann man so schön den Unterschied der Generationen im Yachtbau sehen. Beide Schiffe sind exakt gleich lang – aber von der Yachtarchitektur liegen über drei0ig Jahre dazwischen.

Ich bin beide gründlich gefahren und kann nicht sagen, was besser ist. Die Unterschiede sind jedenfalls riesig, sowohl im Segelverhalten, als auch z.B. im Platz unter Deck und im Cockpit.

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Es ist gut möglich, dass ich die Renate demnächst nochmal fahre, aber jetzt ist erst einmal die SANTA Maria wieder dran.  Für den Törn vom 06.- 13.. Februar ab Teneriffa nach La Gomera und La Palma sind noch Kabinenplätze frei.

Wer also kurzfristig noch Lust oder Zeit hat, melde sich bei Segelwolf@gmx.de.

Nachdem ich nun ja schon Weihnachten in meinem Blog vergessen habe, möchte ich jetzt wenigstens meinen ersten Blog in 2016 benutzen, allen meinen Freunden Mitseglern und Followern ein gesundes, erfolgreiches und schönes Neues Jahr zu wünschen. Ich freue mich schon darauf, einige von Euch auf dem einen oder anderen Törn wiederzusehen.

Also, bleibt dabei und mir gewogen,nächstes Mal gibt’s dann die Termine meiner nächsten Reisen. Für Leute, die gerne Hardcore segelnZwinkerndes Smiley, ist diesmal einiges interessantes dabei!

So stay tuned!

Vigo bis Faro–der letzte Teil der Reise

Es ist immer das gleiche, lieber Leser: Kaum bin ich nach einer Reise zu Hause,hab ich so viel um die Ohren, dass es mit der Blogschreiberei nicht mehr so recht voran geht.

Dennoch schulde ich Euch noch die letzten vierzehn Tage meines langen Hochseetörns.

In Vigo  war der letzte Crew-Wechsel. Roger, mit dem ich schon seit La Rochelle durch dick und dünn gesegelt war, blieb an Bord und übernahm eine Wache und mein Freund Werner – seines Zeichens u.a. mein Ausbilder für Astronavigation und Vernichtung von Rotweinvorräten – kam zusätzlich als Co-Skipper an Bord. Das war auch gut so, da mich in der letzten Woche zum ersten Mal seit Jahren  wieder ein Hexenschuss erwischte und mich teilweise ein wenig außer Gefecht setzte.

Vigo ist eine Großstadt, mit viel Hafen, aber ein wenig gesichtslos. Deshalb gibt’s auch keine Fotos. Wir lagen im königlichen Yachtclub an einem schönen modernen Steg. Der Club hat ein tolles riesiges Clubhaus, wie sich klein Fritzchen einen königlichen Yachtclub so vorstellt. Riesiges Treppenhaus mit wunderschöner hölzerner Freitreppe, Clubräume mit tiefen Sesseln und alten Ölgemälden usw. Leider waren die sanitären Einrichtungen nicht auf der Höhe der Zeit: Gemeinschaftsduschen mit Chlorgeruch im Hallenbad des Clubs Vor Wut kochen

Am ersten Tag machten wir einen Eingewöhnungsschlag von 45 sm in den ersten vernünftigen Hafen nach der portugiesischen Grenze, nach Viana do Castelo.

Der Ort liegt in einer Flussmündung. Draußen blies es ziemlich heftig, sodass ich schon Bedenken hatte, in den Fluss einzulaufen. Innen drin war der Wind plötzlich wie weggeblasen (schiefes Bild – aber gefällt mirZwinkerndes Smiley). Um in  die Marina einzulaufen, muss man sich per Funk anmelden, damit eine Brücke weggedreht wird.

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Nein, es ist nicht die große da hinten, sondern ein Teil des Wegs auf der linken Seite, der an dem kranartigen Mast hängt.

Für uns öffnete sich die Brücke allerdings nicht, da der kleine Hafen voll war – jedenfalls auf den Plätzen, die für unser großes Schiff tief genug waren. Also blieben wir die Nacht über draußen im Fluss am Wartesteiger, was aber auch nicht schlecht war.

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An dieser Küste gibt es so gut wie überhaupt keine Charter-Yachten. Man begegnet also nur Eigner-Schiffen von Spaniern oder Portugiesen oder Yachten, die wir wir auf großer Fahrt und auf der Durchreise sind. Da sieht man dann alles mögliche vom fahrenden Schrotthaufen bis zur absoluten Luxusyacht, wie ich nachstehend noch zeigen werde.

Jedenfalls beschlossen wir nach längerer Diskussion, uns ein wenig zu beeilen, damit wir einen zusätzlichen Tag in Lissabon einlegen können, um diese tolle Stadt ausreichend anschauen zu können.

Also nahmen wir und einen großen Übernacht-Schlag von 155 Seemeilen vor,sahen einen wunderschönen Sonnenuntergang

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und fuhren über Nacht direkt nach Peniche, einem kleinen Hafen mit einer noch kleineren Marina. Neben uns lag ein abenteuerliches französisches Gefährt, an dem laufend gebastelt, gemalt und geschraubt wurde:

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Zwei Dinge fand ich bewundernswert: Zum einen das Sammelsurium von Fendern, um das kostbare Boot vom Steg abzuhalten:

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Aber noch mehr beeindruckt hat mich diese Konstruktion am Heck des Bootes:

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Hat jemand ein Ahnung, um was es sich dabei handelt?

Hey, gut! Richtig geraten. Darin befindet sich die Propangasflasche für den Herd! Das Behältnis für diese Flasche muss ja nach den Vorschriften nach außen entlüftet werden – und das ist ja hier definitiv gegeben. Unten sieht man deutlich den Schlauch, der ins Schiff zum Herd führt.

Die Marina bestand nur aus einem einzigen Steg – und das Büro ist das rechte von den drei Zelten…

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Trotzdem wird uns der Ort in bleibender Erinnerung bleiben. Ich hatte den Grenzpolizisten, der uns abfertigte, gefragt, ob er ein gutes Restaurant empfehlen könnte, in das die Einheimischen gehen, um Fisch zu essen (Dass ich einigermaßen vernünftig portugiesisch spreche, hat da sicher nicht geschadet).

Er empfahl uns ein kleines Restaurant im Ortsinnern, weit weg vom Strand, mit nur vier oder fünf Tischen. Dem Wirt haben wir gesagt, wir wollen nichts bestellen, sondern er soll einfach was gutes für uns kochen. Der Mann strahlte und legte los – und es war fantastisch! Er war so begeistert, dass er sich sogar zu uns setzte und mit aß! Der beste Fisch, den wir seit langem gegessen haben. Wir haben uns mit viel Hallo von ihm, seiner Frau und seiner Tochter verabschiedet und versprochen, ihn wieder zu besuchen.

Am nächsten Tag fuhren wir 45 Meilen nach Cascais an den Mündung des Tejo, nur um festzustellen, dass die Marina überfüllt war und uns nicht aufnehmen konnte. Also legten wir uns zwischen dem Ort und der Reede, auf der die Frachter die Einfahrt nach Lissabon abwarteten, vor Anker

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Am nächsten Tag wollten wir dann den Tejo hoch nach Lissabon. Aber wer beschreibt meine Überraschung, als ich beim telefonischen Anmelden Marina um Marina in Lissabon abtelefonierte – und alle waren voll! Also fuhren wir erst mal den Fluß, um uns gegenüber von Lissabon einen Ankerplatz zu suchen.

Auch wenn man keinen Platz für uns hatte, hieß man uns doch wenigstens herzlich willkommen:

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Wir waren jedenfalls nicht die einzigen, die flussaufwärts Richtung Stadt fuhren. Diese Herrschaften dürften aber auf jeden Fall einen reservierten Platz haben:

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Das erste,was man sieht, wenn man vom Meer aus die Stadt erreicht, ist die gewaltige Straßen-und Eisenbahnbrücke über den Fluss Tejo.

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Wie hoch diese Brücke wirklich ist, erkennt man erst, wenn man näher kommt. Die berühmte dänische Brücke über den Großen Belt ist ja schon hoch, aber die hier ist nochmal viel höher: Offizielle Durchfahrtshöhe ist zweiundsiebzig Meter!

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Achtet mal darauf, wie winzig die Fahrzeuge hier erscheinen. Das untere Deck ist übrigens die Eisenbahnbrücke.

 

 

 

 

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Unsere Masthöhe ist immerhin zweiundzwanzig Meter über der Wasseröberfläche, aber unter dieser Brücke kamen wir uns geradezu zwergenhaft vor.

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Wer mich kennt, weiß, dass ich früher lange in Brasilien gelebt habe. Deshalb erinnert mich das hier zum Beispiel lebhaft an Rio de Janeiro:

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Diese Christusfigur hat durchaus Ähnlichkeit mit der, die in Rio auf dem Corcovado steht.

 

 

 

 

Dafür erinnert mich dieser Fahrstuhl in gewisser Weise an den, der in Salvador de Bahia die Oberstadt mit der Unterstadt am Hafen verbindet:

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Nach dieser Stelle öffnet sich der Fluss und bildet einen großen, fast seeartigen Teil aus. Am linken Ufer liegt Lissabon, aber wir bogen erst einmal nach rechts ab, um uns durch verschiedene Untiefen mit kaum noch Wasser unter dem Kiel zu einem Ankerplatz in einem kleinen Nebenfluss.

Unterwegs begegnen uns noch hochinteressante alte Boote wie dieses hier:

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Wir ließen also unser Beiboot zu Wasser, warfen das Motörchen an und dampften zum Essen in den kleinen Ort. Ich habe natürlich die Gelegenheit benutzt, mal ein paar Fotos von der Santa Maria aus anderer Perspektive zu machen.

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Danach ging es dann wieder an Bord, um diesen schönen Abend zu beschließen.

Wie es weiter ging: Lest den nächsten Blog, ich hab immer noch einiges zu erzählen.

So stay tuned!

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Der lange Weg nach Süden beginnt

So, endlich ist der Segelwolf wieder auf großer Fahrt. Nach vielen Wochen mit Kurztörns in der westlichen Ostsee tut es Not, endlich mal wieder Atlantikluft zu schnuppern!

Und so stieg ich am 22. August in Hamburg in den Flieger, um nach Dublin zu fliegen, und wieder die Santa Maria zu übernehmen. Erfahrene Segelwolf-Blogleser wissen: Das ist das wunderschöne alte Schiff, mit dem ich im letzten Jahr für Nordtörn die große Ostseerunde bis nach St. Petersburg und Helsinki gesegelt bin. Die Wiedersehensfreude zwischen der alten Lady und mir war jedenfalls groß.

 

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Das Boot kam über die Isle of Man von Oban in Schottland, und wir zwei werden jetzt den Weg gemeinsam bis nach Faro in Südportugal beschreiten, wo dann ein Kollege das Schiff übernimmt und weiter nach Teneriffa fährt.

Um Dublin gibt es zwei Marinas: Howth im Norden, wo wir mit der neuen Crew das Schiff übernahmen und Dun Laoghaire, wohin wir unseren ersten 18 sm Eingewöhnungsschlag machten.

Generell sind wir da oben im Norden schon fast am Saisonende, sodass die Marinas relativ leer waren. Ziemlich ungewöhnlich für einen, der gerade aus den im Sommer total überfüllten Häfen der Dänischen Südsee kommt Bin gleich zurück

In Dun Laoghaire übten wir – da ja viel Platz war – in der Marina erst mal rückwärts fahren, nur um festzustellen, dass das mit einem gemäßigten Langkieler eigentlich nicht geht. Das Boot kurvte jedenfalls überall herum, nur nicht dahin, wo wir wollten Trauriges Smiley

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Am nächsten Tag ging es dann gleich richtig ernsthaft los. Wegen Hafenmangel an der Südostküste Irlands beschlossen wir, gleich mal einen richtigen Schlag bei Mistwetter quer über die Irische See nach England bzw. Wales zu machen. Ziel Milford Haven. Das war schon mal ’ne Ansage: Gleich bei ersten Seeschlag 139 Seemeilen am Stück.

Hier mal was interessantes, was nur mit einem alten Langkieler und mit keiner neuen HanseBavariaJeanneauBeneteau gehtVerspotten. Bei richtiger Besegelung ist das Boot so ausgetrimmt, das es am Wind wie auf Schienen geradeaus läuft und man praktisch keinerlei Ruderkorrekturen machen muss:

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Auch wenn es auf diesen Bildern anders aussehen mag:

Die Santa Maria hat keinen Autopiloten, sondern fährt hier einfach von selbst!

 

 

 

Ach ja, zwei interessante Bilder aus der  Dubliner Marina habe ich noch vergessen: Das Ding war war sehr weitläufig -  und deshalb hat man am hinteren Ende, wo wir Gastboote liegen, ein Klo-Boot hingelegt:

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Darauf konnte man nicht nur auf die Toilette gehen, sondern auch noch hervorragend und ganz in der Nähe warm duschen. Man beachte auch den witzigen Namen:

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Nach fünfundzwanzig Stunden auf See legten wir dann in Milford Haven am Wartesteiger an, um auf das Einschleusen in den Tidenhafen zu warten. Das war so ziemlich der übelste Platz auf Legerwall, den man sich vorstellen kann. Der kräftige Wind und eine fiese Welle drückten uns schaukelnd immer wieder auf den Ponton und alle unsere Fender zusammen waren notwendig, damit wir uns keine Beule ins Boot holten.

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Das war der Beginn der langen Reise in der Süden. Beim nächsten Blog geht es dann weiter in die Häfen Südenglands und der Kanalinseln.

Also bis zum nächsten Mal!

Mitsegler gesucht

Liebe Freunde der Segelei,

auf zwei meiner Törns, die ich demnächst fahren werde, sind noch Plätze frei. Es handelt sich um sehr interessante Strecken. Vielleicht hat ja einer oder mehrere von Euch Lust, wieder mal einen Törn auf dem Atlantik zu fahren, wenn auch viel längs von interessanten Küsten.

Der erste Törn geht von La Rochelle in Frankreich längs der französischen Küste und durch Teile der Biskaya nach Bilbao und La Coruna und von dort weiter an der Atlantikküste und wird in Vigo enden. Vorgesehen ist er für die Zeit

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Der zweite Törn im Anschluss daran ist etwas gemütlicher. Atlantiksegeln in Küstennähe, ohne tage- oder nächtelang unterwegs zu sein. stattdessen viele schöne Häfen kennenlernen.

Wir beginnen in Vigo, fahren dann weiter nach Portugal und in gemütlichen Tagesetappen weiter bis nach Lissabon, einer wunderschönen und geschichtsträchtigen Stadt, die immer einen Besuch wert ist.

Weiter geht es dann über Setúbal und später an der Algarve entlang über Sines an die Südküste Portugals, wo dann in Vilamoura bei Faro der Törn endet

Die Reise ist geplant für den

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Es ist natürlich auch möglich, nur die Hälfte zu fahren, also z.B. eine Woche Vigo bis Lissabon oder eine Woche Lissabon bis Faro.

Wer Lust und Zeit hat, melde sich bitte bei mir unter wolf@die-knipfers.de. Vielleicht kann ich für Euch dann sogar besonders günstige Preise aushandeln. Auf jeden Fall gibt’s bei mir dann alle weiteren Infos zu Schiff und Reise.

Ich würde mich freuen, Euch auf einem dieser Törns zu sehen oder wiederzusehen. Meldet Euch!

Euer Segelwolf

Von Petersburg in die finnischen Schären

Nach fünf Tagen ging unser Aufenthalt in St. Petersburg zu Ende. Wer immer die Möglichkeit hat, sich diese viertgrößte Stadt Europas anzuschauen, sollte es tun. Die gesamte Innenstadt mit über 2.300 Gebäuden ist nicht umsonst Weltkulturerbe der UNESCO (Peterhof natürlich auch).

Sehenswert, wenn auch für uns gewöhnungsbedürftig, ist das Verhalten der neureichen russischen “Elite”, ich habe ja schon darüber berichtet. Manchmal führt das zu seltsamen Auswüchsen. Da gibt es z.B. einen jungen russischen Rennfahrer, der meinte, er könne besser Sponsoren werben, wenn er sein Auto mit hübschen Mädchen für seinen Sponsorenprospekt garniert. Auch Segelyachten machen sich da ja bekanntlich immer gut, weil wir Segler ja alle Millionäre sindCooles Smiley.

Also Fotograf und Mädels engagiert und los geht’s zu den Booten der ARC:

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Endlich aber hieß es wieder “Leinen los” und auf ging’s nach Finnland. Vorher mussten wir aber noch wieder in Kronstadt ausklarieren, das dauerte auch wieder Stunden. Groß war meine Überraschung, als wir in Kronstadt plötzlich einer leibhaftigen Hamburger Elbfähre begegneten, die früher für die HADAG in Hamburg fuhr. Heute ist sie Ausflugsschiff in St. Petersburg, aber den Namen “Reeperbahn” hat man gelassen.

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Da wir aus einem Nicht-EU-Land kamen, mussten wir in Finnland zunächst auf einer kleinen Insel namens Haapasari einklarieren. Kein Problem eigentlich – bis auf etwas doch arg ungewohntes: Bevor die beiden freundlichen Grenzpolizisten irgendwelche Papiere sehen wollten, holten Sie ein Röhrchen heraus und ich als Skipper musste blasen – zur Begrüßung erst einmal ein Alkoholtest. Klar: Wer aus Russland, dem Land mit dem billigen Wodka, nach Finnland einreist, hat halt oft noch reichlich Restblut im Alkohol…

Helsinki ist bestimmt eine schöne Stadt, aber wenn man aus St. Petersburg kommt,wirkt sie etwas blass – zumal die Stadt ja auch nicht sehr alt ist. Natürlich hat die ARC auch hier eine Stadtrundfahrt organisiert.

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Ich habe hier nicht viel fotografiert, zumal ich auch ziemlich beschäftigt war. Unglücklicherweise hatte ich mir ein Glas Mineralwasser über die Tastatur meines Laptops gegossen. Eine Reparatur war kurzfristig nicht möglich, also hab ich mir für 5 Euro eine große PC-Tastatur als workaround gekauft – leider eine finnische.

Unser obligatorisches Crew-Dinner mit allen ARC-Yachties fand im noblen Yachtclub von Helsinki statt. Die Herren zeigten schon große Gastfreundschaft, da sie für unsere Truppe ihren halben Yachthafen geräumt und ihre eigenen Boote temporär woanders hin verlegt hatten. Im Clubhaus kam ich mir vor wie in meiner Jugend vor fünzig Jahren in den damals vornehmen deutschen Clubs: Die “Eingeborenen” im feinen Zwirn: Clubjacke mit goldenen Knöpfen und Clubkrawatte, an den Wänden die Öl-Portraits der Commodores (Vereinsvorsitzenden) der letzten hundertfünfzig Jahre. Aber lecker war das Essen.

Beim Auslaufen aus Helsinki organisierten wir dann eine Flaggenparade. Es ist schon ein toller Anblick, wenn 27 Segelyachten hintereinander über die Toppen geflaggt am Kai vorbeifahren.

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Das ist übrigens unsere Führungsyacht “Working on a dream” mit den beiden guten Geistern der ARC-Organisation, die alles im Griff hatten und immer Ansprechpartner für alle großen und kleinen Probleme waren.

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Normalerweise haben wir ja die Beflaggung immer im Hafen eingeholt, was wegen der Salinge ein bisschen kritisch ist. Wegen dieser schönen Vorbeifahrt mussten wir das ja nun auf See mit anständig Wind machen – und prompt ging es schief, die ganze Mimik verhakte sich und musste bis zum nächsten Hafen hängen bleiben.

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Also ging unsere kleinste und leichteste in den Mast um die ganze Sache wieder zu klarieren, damit wir die Flaggen herunterholen konnten.

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Wer schon mal in den Stockholmer Schären gesegelt ist, weiß, dass man sehr genau navigieren muss, sonst rumst es – und gegen einen Stein unter oder über Wasser sollte man tunlichst nicht fahren, das kann dem Schiff arg schaden. Der Unterschied zu den finnischen Schären ist: Hier muss man noch genauer navigieren. Dafür wird man mit einer wunderschönen Landschaft entschädigt. Hier mal einige Impressionen:

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Schären bei Helsinki

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Und dann sitzt man ganz gemütlich in seiner Navi-Ecke und lotst sich durch die idyllischen Schären, da erscheint plötzlich aus heiterem Himmel ein tierisches Röhren, der Skipper stürzt an Deck und sieht gerade noch dieses Teil mit geschätzten 100 km/h vorbeirauschen:

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Wir konnten in der Kürze der Zeit nicht mal feststellen, was für eine Art von Antrieb das Ding benutzte. Dank übrigen an meinen Mitsegler Erik für das Foto – so schnell hab ich meine Kamera ja gar nicht gezückt bekommen.

Kaum hat man sich vom ersten Schrecken erholt, ging es nahtlos weiter:

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und noch mehr

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Fakt war: Wir waren in ein offshore Speedboat Rennen geraten. Allerdings fuhren die nicht auf abgesperrter Strecke, sondern auf den normalen Wasserstraßen – und uns armen Seglern rechts und links um die Ohren. Nach vierzig Booten hab ich aufgehört zu zählen.

Nach dem Besuch von Mariehamn in den Aland-Inseln (gehören zu Finnland – obwohl sie’s nicht wollen) segelten wir einen langen Schlag rüber nach Schweden mit Ziel Saltsjöbaden bei Stockholm, wo wir wieder alle zusammen lagen.

Neben der obligatorischen Stadtrundfahrt war für mich eines der Highlights der Besuch des Wasa-Museums. Nein – dort ist kein Knäckebrot ausgestellt, sondern das berühmte Flaggschiff der schwedischen Flotte, das am 10. August 1628 sofort nach dem Stapellauf nach 20 Minuten Fahrt und weniger als einer Seemeile zurückgelegter Strecke kenterte und sank – die größte anzunehmende Schmach für den ehrgeizigen schwedischen König. Der war schließlich aber selbst schuld. Das Schiff war für ein Kanonendeck konzipiert, aus Größenwahn befahl er aber, es mit zwei Kanonendecks zu bauen, damit das Schiff allein mehr Kanonen als die gesamte polnische Flotte habe. Das brachte die Statik so was von durcheinander, dass der Kahn schlicht und einfach umkippte.

In den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts wurde das Schiff nach vierhundert Jahren gehoben, wie die abfotografierten Bilder aus dem Museumsfilm zeigen:

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Dieser Tatsache haben wir es zu verdanken, dass wir heute ein einmaliges Zeitzeugnis in einem eigens dafür gebauten Museum besichtigen können.

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Viele Fotos habe ich in Stockholm nicht gemacht, das ist ja auch nicht sooo außergewöhnlich, dass da nicht jeder selbst hinfahren könnte. Zeigen könnte ich höchstens ein paar Bilder aus dem Skansen-Park, die zeigen, dass auch in Stockholm (wie vorher in Helsinki) die dicksten Kreuzfahrtschiffe bis mitten in die Stadt fahren können.

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Und weiter ging es nach Süden zu unserem letzten Ziel Klintholm auf Mön in Dänemark. Vorher haben wir aber noch eine Nacht in herrlicher Einsamkeit und Ruhe vor Anker in den Stockholmer Schären verbracht.

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Weiter ging es nach Kalmar, einer alten Stadt mit sehenswertem Schloss, einer belebten Altstadt und wunderschönen Parks. Da ich hier ein bisschen Zeit hatte, bin ich einfach mal nur herumgelaufen und habe versucht, den Charakter der Gegend einzufangen. Seht selbst, ob mir das gelungen ist.

Bevor es dann endgültig Richtung Dänemark ging, übernachteten wir noch einmal an einem etwas exotischen Ort: Es gibt da auch dem Weg von Kalmar nach  Ystad ein kleines Inselchen namens Utklippan. Das ist ein Naturschutzgebiet mit einem kleinen, aufgelassenen Hafen ohne jegliche Infrastruktur.

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Wie man sieht, sind das eigentlich zwei Inseln, die nicht miteinander verbunden sind. Im Hafen (oben) liegen ein paar Ruderboote bereit, mit denen man zur andern Insel rudert, um dort im Haus des “Hafenmeisters” sein Liegeplatzgeld zu bezahlen.

In dem zweiten kleinen Häuschen ist – natürlich – eine Sauna, die man gegen kleines Geld mieten konnte. Als meine Crew diese anforderte, griff der Hafenmeister zur Kettensäge und produzierte Holzscheite, mit denen er die Sauna befeuerte, sodass sie zwei Stunden später benutzt werden konnte.

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Von da ab ging es dann relativ schnell nach Hause, leider mussten wir die letzten Tage fast nur motoren, da der Wind relativ heftig, und immer genau von vorn kam.

Die Rally endete dann im Hafen von Klintholm auf der dänischen Insel Mön mit einem großen gemeinsamen Abschiedsessen aller Crews. Diplome wurden verteilt, Fotos gezeigt – und ich bekam einen Sonderpreis, weil ich in Finnland elende 60 Seemeilen Umweg fahren musste, da ich Blödmann auf einer Karte eine Brücke übersehen hatte, unter der ich nicht durch kam. Natürlich was dieser Preis – eine Lupe Vor Wut kochen

Damit endete ein Abenteuer bisher einmaliger Art. Eine touristische Rally, sechs Ostsee-Hauptstädte in sechs Ländern in sechs Wochen, fast zweitausend Seemeilen – und alles in einer Gruppe mit 27 Booten. Das war schon etwas besonderes, da sich im Laufe der Zeit zwischen den Booten neue Freundschaften entwickelten, die sicher anhalten werden.

Ein Lob muss ich zum Schluss noch an die Leute vom World Cruising Club aussprechen. Auch für die war es etwas neues, eine so touristische Rallye auszurichten. Das Programm war gut gewählt, es war an fast alles gedacht und die Betreuung vor Ort war hervorragend. Im großen und ganzen waren alle begeistert. Die Sache wird mit Sicherheit wiederholt werden.

So, und jetzt muss ich Koffer packen, denn die nächste Reise steht schon vor der Tür. Morgen geht es nach Neustadt in Holstein. Dort übernehme ich die Merenneito und fahre das Boot über Kiel, den Nordostseekanal, die Nordsee, den Kanal und die Biscaya nach La Coruna in Spanien, wo ich voraussichtlich am 4. Oktober eintreffen werden. Stay tuned, auch da gibt’s sicher interessantes zu berichten.

Ab Mitte Oktober bin ich da´n wieder auf der ORION und fahre sie von Malaga nach Gran Canaria, und anschließend  noch einige Törns auf den kanarischen Inseln bis Mitte Dezember. Wer also Lust hat: Ich freu mich über jeden, der mitfährt.

See you on board

ARC Baltic Rally–der besondere Törn–Teil 1

Angekündigt hatte ich ja schon, dass ich in diesem Sommer als Skipper für eine ganz besondere Reise angeheuert wurde: Die erste ARC Baltic Rally. Einmal rund um die Ostsee als “Gruppenreise” mit insgesamt 27 Booten und Crews aus zehn Ländern.

Ende Juni bin ich ja von Bingen am Rhein nach Schleswig-Holstein in die Nähe von Husum umgezogen, deshalb konnte ich nicht die ganze Strecke fahren (Der Umzug ging natürlich vor), sondern nur das zweite und dritte Drittel. Trotzdem ließ es sich terminlich leider nicht vermeiden, meine arme Frau mit einem Berg immer noch unausgepackter Umzugskartons und nicht funktionierender Technik zurückzulassen. Alles hat – wie eigentlich ja immer – viel länger gedauert als gedacht. Deshalb ist es an der Zeit, mich einmal auch öffentlich bei Angelika zu bedanken, ohne deren Mitarbeit und übergroßes Verständnis wären diese Reisen für mich überhaupt nicht möglich.

Am 6. Juli fuhr ich nach Kiel, wo die Rally startete und nahm dort an einem ersten Skipper-Briefing und einem Crew-Dinner für alle Boote im Kieler Yacht Club teil und verabschiedete dann die SANTA MARIA, die gleich nach dem Dinner noch vor Mitternacht aufbrach.

Mein Skipperkollege Reinhard fuhr das Boot dann die erste Teilstrecke bis nach Estland, wohin ich dann am 14. Juli per Flugzeug mit viel Gepäck aufbrach, um das Boot dort zu übernehmen. Tallinn ist eine wunderschön restaurierte alte Hansestadt, im Sommer voll bis übervoll mit Touristen. Leider hatte ich mein Kamera-Ladegerät nach dem Umzug noch nicht wiedergefunden, also gibt es aus Tallinn leider keine Bilder. Ich habe mir dann dort ein kleines Universal-Ladegerät gekauft und war dann bei der Abfahrt wieder  schussbereit.

Das erste Teilstück der Reise interessierte alle besonders, denn niemand von uns war es schon einmal  gefahren: Es ging bis an den östlichsten Punkt des Törns, nach St. Petersburg. vorher haben wir aber noch einmal auf estnischem Gebiet in einer völlig einsamen bucht geankert und einen wunderschönen Abend verlebt.

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Die Fahrt nach St. Petersburg selbst war ziemlich langweilig. Man fährt 120 Seemeilen immer unter Motor geradeaus auf einer Seestraße und muss sich alle paar Meilen – genau wie die Großschifffahrt – per Funk melden.

Dann kommt man zur Insel Kronstadt, die das Tor zur St. Petersburger Bucht darstellt. Dort legt man dann an einer Immigrations-Haltestelle an, die immer noch den Charme und die Geruhsamkeit, aber auch die bürokratische Gründlichkeit des Sozialismus ausstrahlte. Die Leute waren zwar sehr freundlich, aber langsam, gründlich, genau und der Papierkrieg war beeindruckend. Da merkt man erst einmal wieder, was man an der EU und besonders an Schengen hat! Die Jungs untersuchten das ganze Schiff von vorne bis hinten, damit auch ja niemanden nach Russland hineinschmuggeln!

Danach ging es dann noch einige Meilen weiter bis zur Stadt. Es begann mit uralten Hafenanlagen vor prächtigen Kirchen.

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Und dann blieb uns doch etwas der Mund offen stehen, als wir sahen, wie die Stadt heute aussieht, und vor allem, wer denn noch alles so da war…

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Wir legten dann mit allen 27 Yachten im St. Petersburger Yachtclub an, was über die Toppen geflaggt schon ein beeindruckendes Bild war.

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(Übrigens: Wer’s noch nicht gemerkt hat: Wenn man auf die Bilder doppelkickt, kann man sie in Groß betrachten)

Dieser Yachtclub war schon etwas besonderes: Gegründet mit Genehmigung des Zaren im Jahre 1860, wurde er, wie es in seiner Chronik heißt, im Jahre 1920 “an die Gewerkschaften übergeben” – was man ja wohl schlicht als Enteignung interpretieren darf. Heute ist er aber teilweise etwas heruntergekommen, aber der Treffpunkt der neureichen Gesellschaft von Sankt Petersburg. Löchrige Straßen, alte Gebäude, Restaurants in Zelten – aber davor die beeindruckendste Sammlung von Luxuskarossen, die ich jenseits von Monaco jemals gesehen habe. Das Lieblingsauto vieler wohlhabender Russen ist der riesige schwarze SUV, gerne mit komplett getönten Scheiben, das ging dann los bei Range Rover und Audi Q7 aufwärts. Dann folgten die großen Sechs- und Achtzylinder von Jaguar, BMW und Mercedes, und dann kam die Gruppe der Porsches, Rolls Royce und Bentleys, dazu der eine oder andere Ferrari (der hässlichste in anthrazitgrau !!!) und als Krönung – fahrend auf der Straße wie ein gewöhnliches Auto – ein leibhaftiger Bugatti, das einzige straßenzugelassene Auto mit über 1.000 PS und einem Kaufpreis von 1,5 Mio. Euro.

Insgesamt hatten wir in Sankt Petersburg fünf Tage Aufenthalt. Das gab uns genügend Zeit, eine Stadtrundfahrt zu machen, mehrere Museen zu besuchen usw. – alles mit Preis der Rally inbegriffen und von den ARC-Leuten organisiert.

St. Petersburg ist eine beeindruckende und prächtige Stadt von fünf Millionen einwohnern. Es würde viel zu weit führen, alles zu zeigen und zu erklären, deshalb gibt es hier einfach mal ein kleines Fotoalbum mit Petersburger Impressionen.

 

Zwei wirkliche Highlights haben wir noch gesehen, die einer besonderen Erwähnung wert sind: Winterpalast und Eremitage sowie das Schloss Peterhof.

Doch darüber mehr im nächsten Teil der ARC Baltic Rally.