Twin Elli kommt in Fahrt: Von Kroatien nach Bari

Anfang Mai flog ich – wie berichtet – nach Split, um unsere “Twin Elli” zu übernehmen. Die Ausrüstungs- und Prüfungsphase hat doch einige Tage gedauert, bis alles funktionierte und unter Dach und Fach war. Und am 9. Mai ging es dann endlich los. Die Twin Elli geht auf Große Fahrt und wird nach der Atlantik-Rundreise ihren Heimathafen erst in anderthalb Jahren wiedersehen.

Zum Eingewöhnen fuhren wir erst einmal einige Tage durch die Kroatische Inselwelt. Das war auch ganz gut so, denn erst beim Segeln bzw. vor Anker liegen stellte sich heraus, dass die Verbraucherbatterien nicht mehr so lebenslustig waren, wie ich sie gerne gehabt hätte. Wir hatten deshalb auf Korcula einen sehr kompetenten Techniker (nochmal vielen Dank, Nikola), der das Ganze einmal abends und einmal am nächsten Morgen durchgemessen hat, und eine Stunde später hatten wir sechs neue Verbraucherbatterien mit je 140 Ah. Damit dürften wir für eine ganze Weile Ruhe an dieser Front haben.

Ich habe ja gewusst, dass Kroatien inzwischen teuer ist – aber sooo Teuer hatte ich es mir doch nicht vorgestellt, ein paar Preisbeispiele für Segler: Ankern in einer Nationalpark-Bucht: 50 €, Boje an einer Insel 75 €, Marinaliegeplatz für einen 14m Katamaran 250 €! Auf der Gegenseite der Adria, in Italien, haben wir fürs Ankern nix, für eine Boje in der Vorsaison auch nix und in den Marinas zwischen 60 und 130 Euro bezahlt. Aber nicht nur beim Segeln ist das so: In Dubrovnik ist z.B. eine der Sehenswürdigkeiten die Stadtmauer.

Die Stadtmauer von Dubrovnik

 

Wer da oben herumspazieren will, zahlt dafür mittlerweile 40 Euro Eintritt, und die Kinder zahlen 15 Euro!

Nach diesen ersten Erfahrungen habe ich mir 3sm vor Dubrovnik eine Ankerbucht gesucht, und das war ein Volltreffer! Wir lagen extrem geschützt, fuhren mit dem Uber oder Bolt in einer Viertelstunde in die Altstadt von Dubrovnik und gekostet hat das – NICHTS!

 

 

Übrigens: Warum seht Ihr das Beiboot nicht? Richtig, weil ich drinsitze!

Wir sind diesmal mit was richtig Gutem ausgerüstet: Ein Highfield Schlauchboot mit Festboden und einem
15 PS Außenborder, der uns auch mit 5 Personen noch gut voran schiebt, nicht so ein 2,5 PS Zwergen-Motor, wie man ihn auf vielen Charterbooten hat.

 

Von Dubrovnik kannte ich bisher nur die Marina, aber nicht die Altstadt, deshalb hier auch mal einige Bilder. Diese Altstadt ist UNESCO Weltkulturerbe und tatsächlich sehr sehenswert. Das Problem ist nur: Hunderttausende andere finden das auch! Wenn hier schon Anfang Mai so ein Gedränge herrscht, was mag da erst im Juli los sein!

Nein, einmal durchlaufen, und dann wieder aufs ruhige Boot. Solche Menschenaufläufe sind nicht mehr mein Ding, so schön die Stadt auch sein mag.

Trotzdem hier ein paar Impressionen von Dubrovnik:

 

 

 

 

 

Die Altstadt von Dubrovnik

 


 

 

 

 

 

 

 

…und dann gab’s nach noch ein sehr realistisches Denkmal, dessen Sinn sich mir mangels Kroatischkenntnissen nicht erschlossen hat:

 

 

 

Wieso kniet die auf dem Mann und drückt seinen Kopf herunter, und warum sind beide dabei auch noch nackt???

 

Bei näherem Hinsehen wird das Ganze noch absurder: Wieso trägt sie dabei auch noch einen schwarzen Vogel auf dem Kopf?? Wer dazu was weiß, darf mir das gerne in die Kommentare schreiben.

 

 

Eigentlich wollte ich danach auf diesem Törn zum ersten Mal nach Montenegro fahren. Auf der Messe in Düsseldorf und in den Beschreibungen wurde das als sehr schön dargestellt. Das ist es sicher auch. Allerdings habe ich mich kurzfristig entschlossen, doch nicht dahin zu fahren. Der Grund: Von allen Montenegro-Erfahrenen wurde mir die Ein- und Ausklarierungsprozedur in diesem Nicht-EU-Land als sehr zeitaufwändig dargestellt. Und diese Zeit hatte ich auf  diesem Törn nicht. Also beschlossen wir, direkt nach Italien zu fahren.

Als erstes besuchten wir einen Geheimtipp von mir, die Isole Tremiti, letztes Jahr konnte man noch kostenlos ankern, aber um das Seegras zu schützen, baut man dort jetzt ein kleines Bojenfeld auf, mit unterschiedlichen Bojen für die Einheimischen und Gäste. Noch durften wir da für eine Nacht umsonst liegen.

Die Inseln sind winzig (alle zusammen nur 3 Quadratkilometer), haben nur ein paar hundert Einwohner, aber viel Geschichte. Sie wurden laut Wikipedia schon früh als Verbannungsort benutzt. Im Imperium Romanum verbannte Kaiser Augustus die Enkeltochter Julia die Jüngere dorthin, angeblich wegen Sittenlosigkeit, wahrscheinlich aber wegen Teilnahme an einer Verschwörung gegen ihn. Julia starb hier 28 n. Chr. nach zwanzig Jahren Zwangsaufenthalt.

Heute kommen die Leute freiwillig, aber im Mai noch sehr wenige. Im Restaurant waren wir die einzigen Gäste und aßen hervorragenden, frisch vor Ort gefangenen Fisch.

Katamaran Twin Elli vor Anker

 

Es macht schon viel Spaß, auf einem Katamaran zu sein, der meine eigene Flagge führt

Die Flagge von Segelwolf.com

und bei solchen wunderschönen Sonnenaufgängen auf See zu sein

A6401943

Wollt Ihr mit? Auf den folgenden Törns nach Sizilien, Malta, Sardinien und weiter sind noch Plätze frei.

Die aktuellen Törns, Termine und freien Plätze findet Ihr hier in der Törnliste.

Stay tuned – ich berichte weiter.

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